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Holger Isensee von der „Pregizer-Apotheke“ sieht die kompetente Versorgung von Patienten vor Ort in Gefahr. Foto: Seibel
Holger Isensee von der „Pregizer-Apotheke“ sieht die kompetente Versorgung von Patienten vor Ort in Gefahr. Foto: Seibel
Jens Tonne („Central-Apotheke“) warnt vor einer Schieflage im System. Foto: Seibel
Jens Tonne („Central-Apotheke“) warnt vor einer Schieflage im System. Foto: Seibel
Christian Kraus Foto: Seibel
Christian Kraus Foto: Seibel
27.10.2016

Pforzheimer Apotheker schlagen nach EU-Urteil Alarm

Pforzheim. Der Urteilsspruch fiel weit weg in Luxemburg, doch er könnte auch in Pforzheim drastische Auswirkungen haben. „Wenn nichts passiert, gibt es ein Apothekensterben“, warnt etwa Christian Kraus, örtlicher Vorsitzender des Landesapothekerverbands, dessen Familie die Apotheken im Arlinger, im neuen Kaufland und in Brötzingen sowie einen Versandhandel mit Medikamenten betreibt.

Eben für den Versandhandel stellt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) neue Regeln auf – allerdings nur für jenen, der verschreibungspflichtige Arznei aus dem Ausland zu deutschen Kunden schickt. Während die externen Online-Versender auf Rezeptpflichtiges nun Rabatte geben dürfen, sind die hiesigen Anbieter weiter an deutsches Recht und damit an die bislang für alle geltende Preisdeckelung gebunden. Sie könnten sich also gar nicht in Rabattschlachten stürzen, selbst wenn sie wollten (siehe „Verunsicherung und heftige Reaktionen“).

Für Kunden könnten nach Einschätzung von Verbraucherschützern kurzfristig Preisvorteile entstehen. Doch langfristig warnen hiesige Apotheker vor Nachteilen für alle – Einzelhändler, Patienten und Krankenkassen. Bereits jetzt, berichten Stephanie und Holger Isensee von der „Pregizer-Apotheke“, würden in einem Drittel der Apotheken keine schwarze Zahlen mehr geschrieben.

Mehr lesen Sie am Freitag, 28. Oktober 2016, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.