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Die Auszubildende Adrienne Bueß bereitet ein Kissen für einen Verstorbenen vor. Fotos: Seibel
Die Auszubildende Adrienne Bueß bereitet ein Kissen für einen Verstorbenen vor. Fotos: Seibel
Diesen Raum nutzt das Pforzheimer Bestattungshaus, um Verstorbene für ihren letzten Weg vorzubereiten.
Diesen Raum nutzt das Pforzheimer Bestattungshaus, um Verstorbene für ihren letzten Weg vorzubereiten.
30.10.2015

Pforzheimer Bestatter berichtet über seine Arbeit

Pforzheim. Sie sind die Weggefährten auf der letzten Reise und Stütze für Hinterbliebene in einer Zeit, in der alles zu zerbrechen scheint. Bestatter zu sein, sagt Thilo Meier, der Geschäftsführer des Pforzheimer Bestattungshauses, sei wohl mehr Berufung als Beruf.

„Wir arbeiten mit dem Wertvollsten, das ein Mensch hat. Mit denen, die er liebt“, sagt er. Zwei, vielleicht drei Wochen lang geleiten sie Trauernde, mit offenen Ohren und offenen Herzen, bis sich ihre Wege wieder trennen. Eine intensive Zeit, die auch den Fachleuten viel abverlangt. Das weiß auch Adrienne Bueß, seit September die Auszubildende in Meiers Team. Berührungsängste im Umgang mit Trauernden oder den Verstorbenen habe sie nicht, sagt die 20-Jährige. Manchmal ein Zögern, wenn sie der Schmerz der Angehörigen besonders berühre. Dann, in besonders emotionalen Momenten, sei da dieser Kloß im Hals. „Aber das gehört dazu“, sagt sie. „Der Kloß muss bleiben“, stimmt ihr Meier zu. „Ich finde es schön, dass jeder Sterbefall die Chance hat, mich zu berühren.“

Einfühlungsvermögen ist ein Wesenszug, der ihm bei seinen Mitarbeitern wichtig ist: „Die Kunst ist es, offen zu sein, zu bemerken, was den Menschen guttun könnte, ihre Bedürfnisse zu erspüren“, sagt er. „Und man muss den Mut haben, authentisch zu sein.“ Es sei stets eine Gratwanderung zwischen dem Zulassen, dass einem Dinge nahe gehen – und sie wieder von sich zu schieben. „Wenn man das nicht beherrscht, wird man hier nicht lange arbeiten können.

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