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Mit einem Freispruch endete für einen Pforzheimer Cafebesitzer am Donnerstagnachmittag die Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht.  Foto: New Africa - stock.adobe.com (Symbolbild) 

Pforzheimer Cafébetreiber kommt nach Vorwurf des Betrugs mit Freispruch davon

Pforzheim. Mit einem Freispruch endete für einen Pforzheimer Cafebesitzer am Donnerstagnachmittag die Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht. Dem 30-jährigen Deutschen war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, 2019 für rund ein halbes Jahr den Stromzähler mithilfe eines Magneten manipuliert zu haben.

Doch am Ende blieben für Richterin Stephane Ambs Zweifel, ob der Angeklagte tatsächlich für die Straftat verantwortlich ist. Denn Zeugen – Mitarbeiter eines regionalen Energieversorgers – wirkten für das Gericht nicht gut vorbereitet, waren unsicher und teilweise auch widersprüchlich in den eigenen Aussagen.

Ob die Tür zu den Stromzählern verschlossen oder doch offen war, wusste der Stromableser nicht mehr. Genauso wenig, ob ihn der Angeklagte oder eine andere Person ins Haus und in den Raum mit den Stromzählern gelassen hatte. An den Schwindel mit dem manipulierten Zähler konnte er sich indes noch erinnern. Der Mitarbeiter des Energieversorgers habe diesen bemerkt, als er einen Zähler für eine Wohnung, die sich im selben Haus wie die Gaststätte befindet, austauschen wollte. Der Mann fotografierte den Magneten, ihm gelang es aber aufgrund der Stärke nicht, diesen zu entfernen. Als er erneut in den Raum kam, sei der Magnet verschwunden gewesen. Er gab an, zwei Personen gesehen zu haben. Wem das Haus gehört, blieb in der Verhandlung ebenso unklar wie der tatsächliche Schaden, der mit rund 3000 Euro nur geschätzt werden konnte. Man geht davon aus, dass möglicherweise durch den Magneten die Hälfte des Stroms gespart wurde. Doch auch diese Annahme ist ungewiss. „Zuerst läuft der Zähler durch den Magnetismus langsamer, aber wenn die Spulen durchgebrannt sind, dann läuft er viel schneller“, so die Erklärung des Mannes, der die Zähler austauscht.

Schlüssel zugänglich

Der Mann auf der Anklagebank und sein Verteidiger Stefan Rothenstein verwiesen bei den Einsparungen auf speziell eingeführte Maßnahmen wie LED-Leuchten und Modernisierungen im Kühlbereich. Da der Raum auch die Zähler für mehrere Wohnungen beinhaltet, könnten mehrere Personen Zugriff auf den Zähler gehabt haben. Auch hänge der Schlüssel griffbereit im Cafébereich.

Der Besitzer gab an, dem Mitarbeiter des Energieunternehmens die Tür geöffnet zu haben. „Warum sollte er die Tür öffnen, wenn er den Stromzähler mit einem Magneten manipuliert hätte?“, fragte der Verteidiger in seinem Plädoyer, das auf Freispruch hinauslief. „Wer sollte sonst ein Interesse daran haben, den Stromzähler des Cafés zu manipulieren?“, so die Frage der Staatsanwaltschaft, die 100 Tagessätze zu je 15 Euro forderte.

Gegen den ursprünglichen Strafbefehl hatte der Mann Widerspruch eingelegt.