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Mit Witz und Gesang unterhält Luis Vicario die Besucher.  Späth
Mit Witz und Gesang unterhält Luis Vicario die Besucher. Späth
05.12.2016

Pforzheimer Comedy mit spanischem Temperament

Eigentlich ist er Goldschmied von Beruf, doch in Pforzheim und Umgebung kennt man Luis Vicario vor allem als Sänger, Schauspieler und Musical-Darsteller. Am Samstagabend stellte er im Lichthof des Alten Rathauses sein neues Programm „I bin en Pforzemer Seckel“ vor.

Der gebürtige Spanier zog im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern aus Malaga nach Pforzheim und fühlt sich seitdem mit seiner goldenen Wahlheimatstadt sehr verbunden.

Niemanden ausgrenzen

Obwohl er mit seinem lustigen Programm den zahlreichen Zuschauern die Tränen in die Augen trieb, hatte sein Auftritt einen ernsten Hintergrund. Die Aids-Hilfe Pforzheim hatte den Sänger eingeladen, um auf den Welt-Aids-Tag mit dem Thema Stigmatisierung und Ausgrenzung am 1. Dezember aufmerksam zu machen. Um niemanden auszugrenzen, stellte Vicario von Anfang an klar, das er weder badisch noch schwäbisch, sondern die Mischung „badebisch“ spreche. In seinem Programm füllte er bekannte Hits von Jazz bis Schlager mit selbst geschriebenen Texten und erzählte damit lustige Geschichten aus seinem Leben in Pforzheim.

So singt er mit seinem unverhohlenen Pforzheimer Dialekt über seine erste große Liebe Hannelore aus dem Arlinger oder seine boshafte Ausbilderin in der Goldschmiedeschule. Klassiker wie Judy Garlands „Somewhere over the rainbow“ oder „Yesterday“ von den Beatles wurden von Vicario umgetextet und zu „I mog Pforzemer Mädle“ und „I hab Esther gseh“.

Die wahren Erlebnisse aus seiner Jugend und dem Erwachsenenalter brachten das Publikum zum Lachen. Begleitet wurde er von Simon Bahlinger am Klavier. Mit Lederhose und Hosenträgern tanzte der 56-Jährige zum kubanischen Volkslied „Guantanamera“ und begeisterte das Publikum mit seiner gefühlvollen, kräftigen Stimme.

Die Schönheit Pforzheims

Mit der Hommage „I left my heart in Pforze“, einer Interpretation von Tony Bennetts Hit, betonte er die Schönheit Pforzheims von der Nordstadt bis nach Bilfingen. Mit Selbstironie und Humor nahm er deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit auf die Schippe und machte vor kaum einem Thema halt.