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Sowohl straf- als auch zivilrechtlich wird das Derivate-Debakel derzeit aufgearbeitet. PZ-Mitarbeiterin Inga Läuter macht sich in der Bibliothek der Pforzheimer Justiz schlau. Foto: Seibel
Sowohl straf- als auch zivilrechtlich wird das Derivate-Debakel derzeit aufgearbeitet. PZ-Mitarbeiterin Inga Läuter macht sich in der Bibliothek der Pforzheimer Justiz schlau. Foto: Seibel
30.12.2011

Pforzheimer Derivate-Debakel im Januar vor Gericht

Pforzheim. Während die strafrechtliche Aufarbeitung des Derivate-Debakels nach wie vor auf sich warten lässt, bereitet sich die Stadt Pforzheim und die von ihr beauftragte Kanzlei Deubner & Kirchberg gedanklich auf die mündliche Verhandlung vor dem Landgericht Frankfurt gegen die Großbank J.P. Morgan am 16.Januar vor.

Die Schriftsätze sind ausgetauscht, liegen dem Landgericht Frankfurt vor, und die Positionen sind bekannt: Die Stadt Pforzheim will die rund 57 Millionen Euro zurück, die aus Zinswetten mit J.P. Morgan resultieren, deren Ursprung wiederum in Derivate-Geschäften mit der Deutschen Bank liegen. Während das führende deutsche Kreditinstitut sich gesprächsbereit zeigt, stellt die amerikanische Bank auf stur.

Deshalb kommt es zu einem Prozess, der nach Auffassung von Rechtsanwalt Marco Röder Pilotcharakter haben könnte. Er sieht namens der Stadt ein eklatantes Beratungsverschulden von J.P. Morgan. Verständnis zeigt Röder für die lange Untersuchungsdauer im Ermittlungsverfahren gegen Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar. In beider Amtszeit wurden die Geschäfte abgeschlossen.

Und vor zwei Jahren wurden Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts möglicher Untreue der einstmals mächtigen Frauen der Stadtverwaltung eingeleitet.

Noch immer ist das Verfahren bei der Landespolizeidirektion im Regierungspräsidium Karlsruhe anhängig, wie dessen Sprecher Uwe Herzel bestätigt. Die Polizei arbeitet der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Mannheim zu, die über eine Anklage oder Einstellung entscheidet.

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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