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Pforzheims frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein wird im Derivate-Prozess vor dem Landgericht Mannheim unter anderem von dem Heidelberger Rechtsanwalt Jürgen Leibold vertreten. © Ketterl/PZ-Archiv
10.10.2017

Pforzheimer Derivate-Prozess in entscheidender Phase

Pforzheim/Mannheim. Der Prozess um die Derivatgeschäfte der Stadt Pforzheim neigt sich dem Ende entgegen. Ursprünglich hatte die Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim unter Vorsitz von Richter Andreas Lindenthal 26 Verhandlungstage anberaumt.

Jetzt könnte der Prozess bereits nach weniger als 20 Verhandlungstagen noch im November mit einem Urteil gegen die beiden verbliebenen, wegen des Verdachts der Untreue angeklagten ehemaligen Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und Ex-Kämmerin Susanne Weishaar abgeschlossen werden. Möglicherweise wird die Kammer am kommenden Dienstag die Beweisaufnahme abschließen, so dass die Staatsanwaltschaft zwei Tage später ihr Plädoyer halten und ein Strafmaß fordern könnte. Danach ist die Verteidigung am Zug.

Wolfgang Kubicki, Augensteins Anwalt, bat die Kammer gestern allerdings, nicht den 24. Oktober für dessen Plädoyer vorzusehen. Der Grund: An diesem Tag konstituiert sich im Berliner Reichstag der neue Bundestag, dem auch der 65-jährige FDP-Bundesvize und frisch gewählte Bundestagsabgeordnete angehören wird. Kubicki, bisher Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Holstein, betonte: „Ich kann jederzeit fehlen, aber das wäre peinlich“, sollte er ausgerechnet die konstituierende Sitzung schwänzen müssen.

Die Kammer zeigte Verständnis und will zudem der Verteidigung ausreichend Zeit geben, um sich intensiv auf deren Plädoyers vorbereiten zu können. af

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