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Im Herbst 2009 bekam der damals neue OB Gert Hager Besuch von Staatsanwalt Uwe Sigrist (links) und seinen Mitarbeitern, die Akten im Rathaus beschlagnahmten, weil sie gegen Hagers Vorgängerin Christel Augenstein und die damalige Stadtkämmerin Susanne Weishaar ermittelten. PZ-Archiv
Im Herbst 2009 bekam der damals neue OB Gert Hager Besuch von Staatsanwalt Uwe Sigrist (links) und seinen Mitarbeitern, die Akten im Rathaus beschlagnahmten, weil sie gegen Hagers Vorgängerin Christel Augenstein und die damalige Stadtkämmerin Susanne Weishaar ermittelten. PZ-Archiv
Das Landgericht Mannheim: hier findet der Prozess statt. Foto: Wittek/Archiv
Das Landgericht Mannheim: hier findet der Prozess statt. Foto: Wittek/Archiv
20.06.2017

Pforzheimer Derivate-Prozess startet in sechs Wochen in Mannheim

Pforzheim. Wer hätte das vor acht, vor sechs oder auch noch vor drei Jahren gedacht? Selbst ihr Nachfolger Gert Hager ist bereits nicht mehr im Amt, wenn am Dienstag, 8. August, im Pforzheimer Derivate-Debakel der Strafprozess vor dem Landgericht Mannheim gegen die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein beginnt.

Mit ihr auf der Anklagebank: die damalige Stadtkämmerin Susanne Weishaar, beide wegen Untreue. Dazu Weishaars damaliger Stellvertreter und seit ihrer Kündigung 2009 kommissarischer Stadtkämmerer Konrad Weber wegen Beihilfe zu Untreue sowie zwei Mitarbeiter der Investmentbank J.P. Morgan. Das Strafgesetzbuch sieht dafür bis zu fünf Jahre Haft vor, in besonders schweren Fällen – wie die Anklage es Augenstein und Weishaar vorwirft – ist keine Geldstrafe mehr möglich, eine Gefängnisstrafe muss verhängt werden.

Auf 28 Verhandlungstage ist der Prozess angesetzt, das Ende auf 18. Januar terminiert. Die Materie ist komplex, viele Verhandlungstage werden daraus bestehen, schriftliches Material wie etwa Akteneinträge oder auch Gutachten zu lesen, zu prüfen und in ein Gesamtbild einfließen zu lassen. Ob es am 8. August neben der Verlesung der Anklageschrift auch zu einer Eröffnungs-Stellungnahme der Angeklagten kommt, ist genauso offen wie die Frage, wer diese möglicherweise halten könnte – einer oder mehrere der insgesamt neun Verteidiger von fünf verschiedenen Büros oder einer oder mehrere der Angeklagten persönlich, die es ja großteils durchaus beruflich gewohnt sind, in der Öffentlichkeit zu reden, wie Eddo Compart, der Mannheimer Rechtsanwalt von Susanne Weishaar, anmerkt. Die Verteidiger würden sich wohl vor Prozessbeginn auch zusammensetzen und ihre Vorgehensweise besprechen, möglicherweise abstimmen.

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