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Pforzheimer Drehbuchautorin Grote über ihre SWR-Serie © dpa
11.04.2013

Pforzheimer Drehbuchautorin Grote über ihre SWR-Serie

Die schwäbische Mundart-Komödie «Die Kirche bleibt im Dorf» hat zuletzt über 500.000 Besucher in die Filmsäle gelockt. Nun erobern sie auch das Pantoffelkino: Ab dem 15. April geht eine gleichnamige zwölfteilige Serie im SWR-Fernsehen an den Start.

Bildergalerie: Neue Serie zur Mundart-Komödie «Die Kirche bleibt im Dorf»

Ausschnitt aus dem Film zur SWR-Serie "Die Kirche bleibt im Dorf".

Im Interview mit PZ-news erklärt die in Pforzheim aufgewachsene 49-jährige Drehbuchautorin Ulrike Grote das Geheimnis des schwäbischen Humors - und verrät, warum die Schwabensaga genauso gut im Norden spielen könnte.

PZ-news: Sie sind geborene Bremerin, leben jetzt in Hamburg, wuchsen aber im baden-württembergischen Pforzheim auf. Was genau macht für Sie die Komik im Ländle aus?

Ulrike Grote: «Der Baden-Württemberger verfügt über einen tollen trockenen Humor, der dem norddeutschen Humor sehr ähnlich ist. Ich weiß nicht, ob ein anderes Bundesland so fluchen kann. Meine Eltern haben schwäbische Freunde. Früher haben wir sehr gelacht über die vielen verschiedenen Ausdrücke. Für den Dreh haben wir Flüche gesammelt und aufgeschrieben. Vor allem Christian Pätzold, der den Bauer Häberle spielt, hat die wahnsinnig langen Sprüche auswendig gelernt und beim Dreh runtergerockt.»

PZ-news: Die Dialekte der Schauspieler haben manchmal einen Einschlag von der Schwäbischen Alb, teilweise eine Stuttgarter Färbung. Man sieht Weinhänge wie in Baden oder enge Gassen wie am Bodensee. Wo genau soll die Serie bitteschön spielen?

Ulrike Grote: «Oberrieslingen und Unterrieslingen sind erfundene Orte, die Serie spielt einfach in Baden-Württemberg. Man kann den Ort überall und zeitlos ansiedeln: Der Daimler von Bauer Ludwig steht als heilige Kuh seit hundert Jahren in der Garage. Den darf keiner fahren. Bauer Häberle hat seinen Baukittel an. Seine Mädchen dagegen fahren vom Land nach Stuttgart, kaufen bei H&M ein und tragen ein bauchfreies T-Shirt. Die Kostümbildner haben die Figuren liebevoll ausgestattet. Auch die Szenenbildnerin hat mit irrsinniger Arbeit eine eigene Welt aufgebaut - aus einer evangelischen Kirche eine katholische nachgebaut und ein altes Bauernhaus restauriert. Nach den Drehs wurde die Crew von ihr mit selbst gemachten Maultaschen und süßen Stückchen versorgt.»

PZ-news: In der Serie wird geliebt, geboren, geflucht, gegessen und gestorben - was unterscheidet ihre beiden schwäbischen Dörfer denn von anderen in Deutschland?

Ulrike Grote: «Es ist nicht das ländliche Leben, was gezeigt wird. Es ist unser aller Leben. Einer kommt, einer geht. In einer anderen Konstellation könnte man die Geschichte auch in der Stadt ansiedeln. Da würde man es mit der Babyklappe erzählen. Die Probleme gibt es dort unendlich viel öfter. Die Serie könnte genauso gut in Norddeutschland spielen, nur wäre der Humor etwas anders. Schützenfeste wären so ein Pfund, was man sich als Geschichten dafür ausdenken könnte.»