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15.08.2008

Pforzheimer Ehepaar findet im Urlaub 1200 Euro auf der Straße

BAD GRIESBACH/PFORZHEIM. Ein von Rezensenten höchst unterschiedlich besprochenes Taschenbuch von Markus Frick  trägt den viel versprechenden Titel: „Das Geld liegt auf der Straße“. Was das im wahrsten Sinne des Wortes bedeuten kann, erfuhren Johannes Schönau und Ehefrau Charlotte.

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Normalerweise verbringen sie ihren Sommerurlaub in Frankreich, aber in diesem Jahr zog es das Ehepaar vor, nach Niederbayern zu reisen – „Kur-Urlaub“ in Bad Griesbach, nennt es der Lehrer an der Pforzheimer Maihälden-Schule in einem Rundfunk-Interview. Sie haben, wie der „Randerscheinungs“-Volontär, richtig gehört: Schönau talkt im Radio, gibt bereitwillig Auskunft, wie er am 3.  August zum ehrlichen Finder wurde. Die Geschichte geht – verkürzt – so: Kurz vor Griesbach steigen die Radler an einer Steigung ab, pumpen Luft in die Lungen – doch kaum geht es weiter, stockt die Fahrt schon wieder. Charlotte Schönau bückt sich nach einem Zehn-Euro-Schein, der am Straßenrand liegt. Nach ein paar Metern noch zwei Scheine – einer davon ist ein 500-er. Es geht munter weiter. Schließlich hat Charlotte Schönau 630 Euro im Sack. Das lässt ihren Mann nicht ruhen – er steigt ab, sucht ebenfalls (auf der anderen Straßenseite) und findet. In 20 Minuten schaufelt das Ehepaar 1200 Euro in die Taschen. Schönau: „Kein schlechter Stundenlohn.“

Doch sie wollen das Geld nicht behalten, sondern ehrlich bleiben. Die Eheleute beschließen, das Straßenrand-Strandgut abzugeben und landen schließlich auf der Polizeistation in Bad Griesbach. Dem Beamten (Foto) fehlen die Worte. Das hat er noch nicht erlebt. Johannes Schönau wird ein Fall fürs Radio. Am Ende des Interviews stoßen zwei Sprach-Platten aufeinander. Der Pforzheimer sagt zum Schluss: „Ade.“ Dem Bayern ist der Ausdruck nicht geläufig. Er antwortet: „Ade? Ist auch mal schön.“