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Das Heizkraftwerk Pforzheim trägt mit dazu bei, die Feinstaub-Belastung in Pforzheim zu senken. Foto: PZ-Archiv
Das Heizkraftwerk Pforzheim trägt mit dazu bei, die Feinstaub-Belastung in Pforzheim zu senken. Foto: PZ-Archiv
15.12.2016

Pforzheimer Heizkraftwerk verhindert Feinstaub-Mengen wie in Stuttgart

Der Emissionsbericht des Heizkraftwerks (HKW) am Hohwiesenweg für 2015 liegt vor. Wie es in einer Mitteilung heißt, bestätige er mit „hervorragenden Werten“ die Bedeutung des HKW für den Klima- und Umweltschutz in Pforzheim. Bei höherem Wärmeabsatz als im Vorjahr seien die Grenzwerte für Emissionen wieder teils deutlich unterschritten worden.

„Gerade die alarmierenden Feinstaubwerte in anderen Städten zeigen die Bedeutung der Emissionen für unser Stadtklima“, sagt der Erste Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Büscher. Zur Erinnerung: Bei ungünstigen Witterungsbedingungen am 19. Januar 2016 waren in Stuttgart bis zu 141 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (µg/m3) gemessen worden, fast dreimal mehr als der Grenzwert von 50. In Pforzheim lag der Feinstaubwert bei 46 µg/m3. „Feinstaub entsteht durch zu viel Emissionen aus Fahrzeugen und Feuerungsanlagen“, sagt HKW-Geschäftsführer Martin Seitz: „Deshalb ist die energieeffiziente und emissionsarme Fernwärme aus dem HKW so wichtig.“

Der Absatz von Fernwärme erhöhte sich auf 304 Millionen Kilowattstunden (Vorjahr: 276 Millionen kWh). Da die Anschlussleistung in etwa gleich geblieben ist, sei dieser erhöhte Absatz auf eine witterungsbedingte Zunahme zurückzuführen. Der ausschließlich mit Altholz befeuerte Biomasseblock erzeugte mit 141 Millionen kWh etwa die Hälfte des Pforzheimer Jahres-Fernwärmebedarfs (304 Millionen kWh).

Das Bio-HKW sorgt zudem in den Sommermonaten dafür, dass die benötigte Fernwärme ausschließlich regenerativ erzeugt wird. Der Einsatz von Biomasse als CO2-neutraler Brennstoff diene dem Klimaschutz. Zugleich begrenze das mehrstufige Rauchgasreinigungssystem die Luftschadstoffe auf niedrige Werte. Beim Gesamtstaub etwa liegt der Jahresmittelwert im Rauchgas des Bio-HKW mit 0,07 Milligramm pro Kubikmeter fast 150-mal niedriger als der Grenzwert von 10 mg/m3. Viele Luftschadstoffe hätten gar unter der Nachweisgrenze gelegen. Der Wirbelschichtblock erzeugt Strom und die Grundlast an Fernwärme. Wegen niedriger Stromerlöse und mangelnder Wirtschaftlichkeit wurde dieser Anlagenteil von Ende Mai bis Anfang Oktober abgestellt. In der Sommerperiode fand die Anlagenrevision statt. Bei größerem Wärmebedarf im Winter fährt der Block unter Volllast. Ergänzend zu 38.700 Tonnen Kohle wurden im Wirbelschichtblock 9700 Tonnen Ersatzbrennstoffe mitverfeuert. Auch dort sorge ein Reinigungssystem für „optimale Emissionswerte“.