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Starke Kooperationspartnerinnen für zugewanderte Frauen: Doris Winter vom Familienzentrum Au, die Integrationsbeauftragte Anita Gondek, Projektkoordinatorin Margarete Walo sowie Andrea Riegraf und Elena Fast von Q-Print&Service (von links). Foto: Meyer
Starke Kooperationspartnerinnen für zugewanderte Frauen: Doris Winter vom Familienzentrum Au, die Integrationsbeauftragte Anita Gondek, Projektkoordinatorin Margarete Walo sowie Andrea Riegraf und Elena Fast von Q-Print&Service (von links). Foto: Meyer
13.06.2018

Pforzheimer Integrationsprojekt für Frauen: Fördergelder bis 2020 bewilligt

Pforzheim. Zwei Jahre, 142 Frauen und ein neuer Förderbescheid: Die Kooperationspartner des Pforzheimer Modells für Integrationspartnerschaft, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe (BIG) für die Integration von Frauen aus Drittstaaten ziehen zum Projektende eine positive Bilanz - und haben eine frohe Botschaft im Gepäck: Die Fördergelder für eine Fortsetzung bis 2020 sind bewilligt.

Sich in einem fremden Land einzuleben, ist schwer. Noch schwerer ist es für Frauen ohne Bildung, dafür mit vielen Kindern und einem traditionell-patriarchischen Hintergrund.

Genau diese sind die Zielgruppe des Pforzheimer Modells für Integrationspartnerschaft Bildung und gesellschaftliche Teilhabe (BIG). 2016 ging das hauptsächlich aus Fördermitteln des europäischen Asyl-Migrations- und Integrations-Fonds (AMIF) finanzierte Projekt an den Start. Das Ziel: Frauen aus Drittstaaten in den Bereichen Sprache, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe bei ihrem Integrationsprozess zu begleiten. Denn die klassischen Integrationskurse führten laut der städtischen Integrationsbeauftragten Anita Gondek bei dieser Einwanderergruppe selten zum Erfolg. Zu groß seien die Hindernisse, wie der Mangel an Bildung oder schlicht die fehlende Kinderbetreuung.

Die Bilanz der BIG-Kooperationspartner - die Stadt Pforzheim, das Familienzentrum Au und der Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger Q-Prints & Service (QPS) - am Mittwochmittag im Reuchlinhaus gibt dem Ansatz recht: 142 Frauen aus 22 Nationen wurden mit den Sprach-, und Qualifizierungskursen erreicht, die Infoveranstaltungen besuchten insgesamt 500 Personen. Besonders Yezidinnen profitierten – ihr Anteil unter den BIG-Teilnehmerinnen lag bei 65 Prozent. Besonders erfreulich sei laut Projektkoordinatorin Margarete Walo vom Jugend- und Sozialamt die hohe Quote der erfolgreichen Abschlüsse. Drei Viertel der Frauen, die nach dem Integrationskurs den BIG-Anschlusskurs besuchten, hatten danach reale Perspektiven in der Berufswelt oder bei Verbesserungen im privaten Umfeld. Bei den Vorkursen, die im Vorfeld der Integrationskurse angeboten wurden, konnten alle 55 Teilnehmerinnen das Kursziel erreichen.

Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) scheint einen Mehrwert im Pforzheimer Modell zu sehen. Wie Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler verkündet, wurden die Fördergelder für eine zweijährige Fortsetzung ab 1. Juli bewilligt. Das Projektvolumen für BIG 2.0 liege bei 340 000 Euro, wie Gondek erklärt. 75 Prozent davon übernehme das Bamf, weitere Gelder seien beantragt. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.