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Jugendgemeinderat

Anne-Marie Berg
Anne-Marie Berg
Markus Fischer
Markus Fischer
18.11.2016

Pforzheimer Jusos greifen Unionsnachwuchs an

Pforzheim. Dass die Fraktion aus Junger Union (JU) und Schüler Union (SU) ihre absolute Mehrheit genutzt hat, um alle Ämter im neuen Jugendgemeinderat (JGR) selbst zu besetzen, hat Kritik hervorgerufen. Nun melden sich auch die Jungsozialisten (Jusos) Pforzheim zu Wort und verurteilen „parteipolitische Vereinnahmung des Jugendgemeinderats“.

Die JU missbrauche den JGR für ihre „parteipolitische Profilierungssucht“, heißt es in einer Pressemitteilung. Es könne nicht sein, dass in einem Gremium, das die Stimme für alle Jugendlichen in Pforzheim sein soll, alle Präsidiumsposten mit Mitgliedern der JU besetzt werden. „Man braucht sich nicht ernsthaft zu fragen, wieso sich Jugendliche nicht für Politik interessieren und die Wahlbeteiligung so niedrig ist, wenn die Junge Union am Ende den Jugendgemeinderat dazu nutzt, um Parteipolitik zu betreiben“ so Kreisvorsitzende Anne-Marie Berg, selbst ehemalige Jugendgemeinderätin.

Überrascht zeigten sich hingegen die Vorsitzenden des JU-Stadtverbands sowie der SU über die starke Kritik am Vorgehen der gemeinsamen Fraktion. Insbesondere die Vorwürfe einer Zweckentfremdung des JGR stießen auf Unverständnis. ,,Es ist völlig normal, dass in demokratisch gewählten Gremien die Mehrheit entscheidet. Das ist das Grundprinzip einer jeden Demokratie. Jedem, der dies anzweifelt, mangelt es meines Erachtens an einem demokratischen Grundverständis“, so Peter Olszewski, Vorsitzender der JU Pforzheim. SU-Vorsitzender Mihnea Harvalia-Czako ergänzte: „In unserer heutigen Demokratie braucht es keine Einzelkämpfer, sondern Teamplayer.“ Nur so könne man die Stadt gemeinsam voranbringen. Teamplayer zu sein heiße aber auch, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren. „Wer dazu nicht fähig ist, der ist auch nicht geeignet für ein politisches Amt.“ Die Mitglieder der JU/SU-Fraktion wollen gemeinsam mit allen Mitgliedern des Jugendgemeinderates die Zukunft Pforzheims mitgestalten. Dazu gehöre, die Ideen aller Jugendlichen aufzugreifen und zu konkreten Vorschlägen zu bündeln, so der JGR-Vorsitzende Markus Fischer.

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