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Die Liebe zu schweren Maschinen, wie die Harley-Davidson „Fat Boy“ von Felix Könne (sitzend), sind das, was Manuel Köfeler (stehend links) und „Lobo“-Präsident Marco Grassel mit den Chapter-Mitgliedern verbindet. Frommer
Die Liebe zu schweren Maschinen, wie die Harley-Davidson „Fat Boy“ von Felix Könne (sitzend), sind das, was Manuel Köfeler (stehend links) und „Lobo“-Präsident Marco Grassel mit den Chapter-Mitgliedern verbindet. Frommer
Die Band „Lorenzo Love Gun“ sorgt für den passenden Klang beim „Lobo“-Treffen. Rechts Ehren-Member Thomas „Tom“ Wölfl.
Die Band „Lorenzo Love Gun“ sorgt für den passenden Klang beim „Lobo“-Treffen. Rechts Ehren-Member Thomas „Tom“ Wölfl.
Eine Kulisse wie im Wilden Westen: Alle mal anpacken, heißt es auch beim großen Aufräumen vor dem Saloon.
Eine Kulisse wie im Wilden Westen: Alle mal anpacken, heißt es auch beim großen Aufräumen vor dem Saloon.
02.09.2018

Pforzheimer „Lobos“ feiern 45. Geburtstag mit dreitägigem Festival

Schwere Maschinen, Rock-Musik, „Western-Saloon“, Espresso-Bar und frisch Gezapftes. Neben der Bundesstraße 294 feierten die Mitglieder des MC (Motorcycleclub) „Lobo“ am Wochenende den 45. Geburtstag des ältesten deutschen Biker-Clubs. Mit bislang nie da gewesenem Aufwand und einem Festival mit offensichtlich größter Anziehungskraft auf Gäste und Fans, auf Gleichgesinnte und interessierte Außenstehende.

„Das ist keine Party mehr, das ist ein Run“, umschreibt Marco Grassel, Präsident des hiesigen Chapters des MC „Lobo“, die logistische Leistung eigener Mitglieder und Brüder anderer Chapter, die „ihren Sommerurlaub gerne geopfert haben“ – für den Auf- und Abbau von Bühne, Bierzelt, Meeting-Plattform, Händlermeile oder der „Walhalla“, einem kleinen Bereich, in dem der unlängst verstorbenen „Wölfe“-Biker aller Chapter zwischen Pforzheim und Thailand still gedacht wird. „Vergessen wird niemand“, erläutert Marco Grassel. Und „Jeder ist für jeden da. Gemeinschaft geht über alles“. Mit Blick auf die groß aufgezogene Geburtstags-Fete zum 45. Jahrestag betont er sichtlich zufrieden: „Es haben wirklich alle mitgezogen; teils auch Frauen, Freundinnen und Kinder. Alle waren auf dem Platz, haben sofort losgelegt und das gemeinsame Projekt durchgezogen.“ Für die Kids steht auf dem Festival-Gelände beispielsweise eine Hüpfburg zur Verfügung, außerdem, so macht Marco Grassel deutlich, finde für die Kinder jährlich eine beliebte „Welpen-Party“ statt. Nebenbei beantwortet er die Frage nach der Bedeutung des Anker-Tattoos auf seiner linken Wange: „Bodenständigkeit.“

Beim Line-Up der gastierenden Rock-Bands erhalten bewusst junge Formationen aus der Region eine Plattform. Auch Pforzheimer Bands wie „Lorenzo Love Gun“ oder das erst 2012 gegründete Quartett „Head of Chrome“ präsentieren sich beim Geburtstagsfest der „Wölfe“ einem Publikum, das Marco Grassel angesichts der Anmeldungen auf gut 5000 Gäste schätzt. Headline in der Samstagnacht ist die renommierte Rock-Cover-Formation „Audio Gun“, ein samt Sängerin Jessica aus Bayern angereistes Sextett, das auf den Plakaten und Flyern noch nicht präsent war. Ehren-Member Thomas „Tom“ Wölfl (50) ist stolz, dass trotz Regens und einem Aggregatausfall auch am Freitag alle Bands durchspielen konnten. Und Präsident Grassel betont: „Wir bleiben bei 25 Dezibel, und die Konzertbühne ist auf Amazon ausgerichtet, nicht auf Kieselbronn.“

Dustin „Duster“ Lukas (26) zählt zu den jüngeren Bikern des Lobo-Events, er ist Member des 1990 gegründeten „Dragspeed MC Nomads“, war Rocker des Monats Mai 2018 des Magazins „Biker News“ und reiste mit seiner Suzuki „Bandit“ gut 400 Kilometer von Straelen zum Festival bei Pforzheim. Marco Grassel nennt die Biker-Clubs aus „dem tiefsten Osten“ oder aus Wilhelmshaven als die Festival-Gäste mit den weitesten Anreisen. Und den „Ritterorden“ aus Tschechien, der dem interessierten Publikum packende Schwertkämpfe bot. Die überregionale Resonanz, unterstreicht Grassel, die sich seit der 40-Jahre-Feier 2013 noch einmal verstärkt habe, sei überwältigend. Das parallel auf dem Flugplatz Hartenholm stattfindende dritte „Werner-Rennen“ habe seine „Wölfe“ letztlich keine Zuschauer gekostet.