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Wiener Filmball unter Pforzheimer Regie: Manfred Schoedsack (Mitte) hat der Filmgala ein neues Konzept verpasst. Das schien auch Ehrenpreisträger Dieter Hallervorden (links) und Schauspieler Karl Merkatz zu gefallen.
Wiener Filmball unter Pforzheimer Regie: Manfred Schoedsack (Mitte) hat der Filmgala ein neues Konzept verpasst. Das schien auch Ehrenpreisträger Dieter Hallervorden (links) und Schauspieler Karl Merkatz zu gefallen. © Privat
23.03.2015

Pforzheimer Manfred Schoedsack lässt Wiener Filmball aufleben

Pforzheim/Wien. Der Wiener Filmball schien nach fünf Ausgaben in eine Krise geraten zu sein. Ein bisschen zu bieder, zu angestaubt kam er daher. Was tun? Ball-Erfinder Edi Finger Jr. holte sich Verstärkung und überließ das Filmball-Konzept einem Pforzheimer. Und Manfred Schoedsack gelang es in der Tat, das Medienspektakel mit neuem Leben zu erfüllen.

Mit dem Pforzheimer CEO von Global Connections erhielt das Filmfest nicht nur einen neuen Look, der sechste „Filmball Vienna“ im Wiener Rathaus heimste auch viel Lob bei den Medien im Nachbarland ein. „Organisiert wurde der Filmball zum ersten Mal vom deutschen Unternehmer Manfred Schoedsack, und nicht mehr von Edi Finger jr., der die Veranstaltung ins Leben gerufen hatte. Vielleicht war das der Grund dafür, dass die Gala im Gegensatz zu den eher konzeptlosen vergangenen Jahren mit einem bedachten, abwechslungsreichen Programm aufwartete“, notierte die österreichische Onlineplattform DiePresse.com.

Sechs Oscar-Gewinner feierten bereits im neogotischen Festsaal. Doch Stargast war dieses Mal keiner der üblichen Hollywood-Promis sondern Dieter Hallervorden, der für sein Lebenswerk und für seine herausragende Darstellung eines demenzkranken Mannes in Til Schweigers Kinofilm „Honig im Kopf“ geehrt wurde. Hallervorden ließ vergessen, dass Ron Perlman („Hellboy“), der als bester internationaler Schauspieler einen Preis erhalten sollte, nur per Videobotschaft seinen Dank ausrichten konnte. Tradition wird in Wien honoriert ¬– und so bekam Andrea Spatzek für 30 Jahre TV-Dauerbrenner „Lindenstraße“ ebenfalls einen Filmpreis.

Schoedsack war nicht nur für den Glamour, sondern insbesondere für den Wohlfühl-Faktor verantwortlich. Die Stars und Sternchen wollten unterhalten und überrascht werden. Das ist dem Pforzheimer anscheinend bestens gelungen. Nach dem Galadinner und den Ehrungen trafen sich die Filmball-Gäste in verschiedenen Themensälen. Zum Beispiel beim typisch Wiener Heurigen, in der Disco, in der Zigarren-Lounge oder in einer der Bars oder am Roulette- oder Black-Jack-Tisch im Casino. Sänger Mikel Johnson füllte bei der After-Show-Party bis drei Uhr früh die Tanzfläche.

Nach dem gelungen sechsten „Filmball Vienna“ dürfte Schoedsack damit rechnen, auch bei der siebten Auflage wieder Konzept und Organisation übernehmen zu können. Seine Premiere jedenfalls hat er bestanden.