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Schlussakkord: Polina Tscherkassowa und Holger Funke vom Ensemble „Poeta Magica“ spielen am Sonntag vor etlichen Besuchern im Blumenhof.  Foto: Ketterl
Schlussakkord: Polina Tscherkassowa und Holger Funke vom Ensemble „Poeta Magica“ spielen am Sonntag vor etlichen Besuchern im Blumenhof. Foto: Ketterl
Chrischan Moll  kann sich vorstellen, dass der Mittelalter-Markt auf dem Pforzheimer Blumenhof in den nächsten Jahren weiter expandiert. Foto: Erb
Chrischan Moll kann sich vorstellen, dass der Mittelalter-Markt auf dem Pforzheimer Blumenhof in den nächsten Jahren weiter expandiert. Foto: Erb
27.12.2015

Pforzheimer Mittelaltermarkt ist vielen eine Reise wert

Sie hatte etwas von einem Frühlingsfest: Die Zugabe des Mittelaltermarkts am Samstag und Sonntag war von der Sonne verwöhnt und entwickelte entsprechende Strahlkraft. Nicht nur angesichts dieses erfreulichen Ausklangs zogen die Macher des Markts am Sonntag im PZ-Gespräch zufrieden Bilanz. Dem vierten Mittelaltermarkt sollen noch viele weitere folgen. „Wir fühlen uns wohl, wollen langsam weiter wachsen und gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt so konstant gut bleibt“, sagte Organisator Chrischan Moll.

Daran ließ der städtische Marktmeister Marc Pfrommer keinen Zweifel. Die Stadt stehe voll hinter diesem „gigantisch“ guten und hervorragend organisierten Angebot, betonte Pfrommer und ergänzte: „Wenn alle Veranstaltungen so rund laufen würden...“ Dabei standen nicht alle Vorzeichen auf Erfolg. Laut Moll war wie auf allen Weihnachtsmärkten auch in Pforzheim die Resonanz anfangs gedämpft und die Stimmung gedrückt. Die Anschläge von Paris zeigten offensichtlich Wirkung. Ab dem zweiten Advent aber habe sich die Lage gedreht. „Die Leute sind gerne zu uns gekommen“, sagt Moll. Vielen war der Mittelaltermarkt im Wortsinn eine Reise wert.

Eine Anfahrt von 50 bis 60 Kilometern hätten etliche Freunde der Marketender und Gaukler auf sich genommen. Doch auch fremdsprachige Besucher hat Moll ausgemacht – eine Gruppe von Belgiern etwa: „Die waren hin und weg.“

Das Mittagsgeschäft habe sich gut entwickelt, berichtet der mittelalterliche Marktmeister Richard Röser. Und am Abend sei das Gedränge zeitweise so dicht gewesen, dass der zentral geschaffene „Marktplatz“ mit den Handwerkern als „schöner Puffer“ gefragt war. Das besonders Erfreuliche aber sei die Konstanz: „Kontinuierlich sind Menschen auf dem Platz.“

Deshalb haben es sich die Macher zum Ziel gesetzt, die insgesamt begrenzten Flächen im Blumenhof künftig noch besser auszunutzen. So könnten etwa die Beete neben der Holzbrücke überbaut werden, um am Bühnenrand mehr Platz zu schaffen. Eben das kulturelle Begleitprogramm – Musikgruppen und Gaukler, Porträtmaler oder Wahrsagerin – seien gut angenommen worden, genauso wie die Confiserie mit süßen Köstlichkeiten. Die Besucher hätten den hohen Prozentsatz von acht vorführenden Handwerkern bei insgesamt 30 Ständen honoriert, sagt Moll.

Auch wenn der erste richtige Test für die Zugabe – vor zwei Jahren hatte es heftig geregnet, vor einem Jahr bei eisigen Temperaturen geschneit – vielversprechend war. wird es 2016 keine Verlängerung nach Weihnachten geben. Dies sei dem Kalender in diesem Schaltjahr geschuldet: Auf den vierten Adventssonntag folgen fünf Tage bis Heiligabend. Der Markt werde also auch ohne Zugabe wie üblich 33 Tage dauern.

Noch sieben Tage sind nötig, um den aktuellen Markt abzubauen. Erst dann können alle der insgesamt rund 70 Helfer wieder einmal durchschnaufen.