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12.08.2017

Pforzheimer Ortsteilkinder in Betreuungsnot

Nicht nur in der Kernstadt, auch in den Stadtteilen liegt der Betreuungsbedarf vor allem für Unter-Dreijährige mittlerweile weit über dem Platzangebot. Ortsvorsteher fordern nun ein Handeln der Stadtverwaltung.

Dass es in Pforzheim an Betreuungsplätzen in Kitas mangelt (20 Kinder ab drei Jahren pro Gruppe), und die Nachfrage für Krippenplätze (zehn Kinder bis drei Jahre) höher ist als das Angebot, ist kein Geheimnis. Dass dies auch die Ortschaftsräte in einzelnen Stadtteilen beschäftigt, ist neu. Zeit, einen Blick auf Eutingen, Büchenbronn, Huchenfeld, Hohenwart und Würm zu werfen – denn deren Situation ist nicht eins zu eins mit der in der Kernstadt vergleichbar. Das weiß auch Sozialbürgermeisterin Monika Müller.

Wie ist die Betreuungssituation in den Ortsteilen?

In den Ortsteilen fehlen im Vergleich zur Kernstadt relativ wenig Betreuungsplätze. Diese seien jedoch in den bei jungen Familien beliebten Stadtteilen ein wichtiger Standortfaktor, sagt Müller – gerade im Wettbewerb mit den Enzkreis-Kommunen. Und die Stadt brauche junge Familien – für die Einnahmen durch die Einkommenssteuer und für eine gute soziale Mischung. Zudem: In den Ortsteilen gibt es keine Einrichtungen wie Familienzentren, die Betreuungszeiten auffangen könnten.

Warum hat sich die Situation so entwickelt?

Die Prognose war 2010, dass alle Stadtteile bis auf Eutingen innerhalb von zehn Jahren schrumpfen würden. Das Gegenteil ist eingetreten – bis auf Huchenfeld. In den Ortsteilen habe es früher keine große Nachfrage nach Krippe-Plätzen gegeben. Das sei jetzt anders. „Viele wollen früher wieder in den Beruf einsteigen“, und der Wegfall des als „Herdprämie“ bekannten Betreuungsgelds 2015 habe für einen Run auf Krippenplätze gesorgt.

Huchenfeld, Hohenwart und Würm sind zu einem Planungsbezirk zusammengefasst. Was bedeutet das?

Zwischen den Ortsteilen liegen keine fünf Kilometer – so viel gilt zwischen Wohnort und Betreuungsangebot als zumutbar. Im Planungsbezirk gibt es 50 Krippen- und 253 Kitaplätze. Laut Warteliste 39 beziehungsweise 22 zu wenig. Die Ausbauplanungen sehen bis zu drei Krippengruppen und ein bis zwei Kindergartengruppen vor.

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