nach oben
© Symbolbild: dpa
16.08.2012

Pforzheimer Polizei beendet „Kaffeefahrt“ für Senioren

Pforzheim. Durch Hinweise aus der Bevölkerung wurde die Verkehrspolizei Pforzheim am Donnerstag auf eine geplante "Kaffeefahrt" aufmerksam. Um 7:40 Uhr stiegen am zentralen Omnibusbahnhof in Pforzheim rund 20 Personen in einen Bus aus Eppingen, der sie zu einer kostenlosen Tagesfahrt einschließlich eines Bootsausflugs auf dem Rhein bringen sollte. Insgesamt rund 50 Seniorinnen und Senioren nahmen dieses Angebot einer Firma aus Cloppenburg war, zumal alle Post mit dem Hinweis erhielten, sie könnten bei der Ausfahrt "Ihren zweiten Preis in Höhe von 2000 Euro" erhalten.

Doch mit billigen Ausflügen haben solche Einladungen und Versprechungen nichts zu tun: Bei der „Möglichkeit zur Teilnahme an einer Werbeveranstaltung“ geht es nur ums Geschäft und damit ums Geld, wobei viele Teilnehmer von Kaffeefahrten finanzielle Verpflichtungen eingehen.

Vor diesem Hintergrund wurde in einer gemeinsamen Aktion der Verkehrspolizei und der Kriminalprävention der Bus des Unternehmens aus Eppingen kontrolliert. Während die Beamten der Verkehrspolizei den 27-jährigen Fahrer und seinen Bus überprüften, informierte die Kriminalprävention die wartenden Senioren über solche Werbefahrten und weitere Gefahren in Alter und verteilten die Broschüre "Goldener Herbst".

Von den einschreitenden Polizisten wurden mehrere Verstöße festgestellt: Weder konnte der Fahrer die nach dem Personenbeförderungsgesetz vorgeschriebene Genehmigung der zuständigen Behörde für eine solche Fahrt vorweisen, noch führte er alle Schaublätter über seine Fahrten der Vortage mit.

So wurden die gerade zugestiegenen Senioren gebeten, wieder auszusteigen und dem Fahrer wurde auferlegt, die bereits in Leopoldshafen und Stutensee aufgenommenen Fahrgäste unverzüglich wieder nach Hause zu bringen.

Auch die Polizei in Forbach wurde von der Kontrolle informiert, denn dort war eine Veranstaltung mit weiteren Senioren beabsichtigt.

Bei den Gesprächen mit der Kriminalprävention wurde deutlich, dass die angeblichen Gewinner der 2000 Euro auf ihrer "Einladung" nicht einmal das Busunternehmen, welches sie abholte, mitgeteilt bekamen. Ein erster deutlicher Hinweis, dass hier etwas nicht stimmt. Manche Senioren sprachen sogar davon, dass der Veranstalter sogar unverschämt werde; eine Dame fühlte sich sogar bedroht und unter Druck gesetzt.

Ansprechpartner und weitere Informationen unter: Rüdiger Schilling, Kriminalprävention: 07231/186-1050 oder mailto:ruediger.schilling@polizei.bwl.de.

Leserkommentare (0)