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Auf dem Podium in Berlin: Professor Helmut Maurer (EU-Kommission), Moderatorin Dr. Beate Kummer, Gitta Egbers (BASF), Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Professor Mario Schmidt (Hochschule Pforzheim) sowie Andreas Kuhlmann (Deutsche Energieagentur, von links). Foto: Hochschule Pforzheim
Auf dem Podium in Berlin: Professor Helmut Maurer (EU-Kommission), Moderatorin Dr. Beate Kummer, Gitta Egbers (BASF), Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Professor Mario Schmidt (Hochschule Pforzheim) sowie Andreas Kuhlmann (Deutsche Energieagentur, von links). Foto: Hochschule Pforzheim
12.07.2018

Pforzheimer Professor Mario Schmidt in Strategiediskussion mit Umweltministerin

Pforzheim/Berlin. Klimaschutz und Ressourcenpolitik sind die Themen der Zukunft. Das machte Professor Mario Schmidt, Leiter des „Institute for Industrial Ecology“ (INEC) an der Hochschule Pforzheim, bei einer Strategiediskussion des Managerkreises der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze deutlich.

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten in Berlin über Erfolge und Misserfolge der Umwelt- und Klimapolitik.

„Keine Ressortangelegenheit“

In den vergangenen Jahrzehnten sei viel erreicht worden, fasste die neue Bundesumweltministerin die Umweltpolitik auf der Veranstaltung in Berlin zusammen: Der blaue Himmel über der Ruhr sei heute Realität. Man habe das weltweit vorbildlichste Chemikalienrecht. Atomausstieg und Energiewende seien in der Umsetzung. Aber es gebe noch viel zu tun, etwa in der Klimapolitik und bei der Ressourceneffizienz. Dazu seien verbindliche Ziele notwendig.

Auf den Hinweis der Bundesumweltministerin, dass Umweltpolitik heute viele Arbeitsplätze schaffe und deshalb auch Industriepolitik sei, meinte Mario Schmidt, dass Umwelt in Zukunft keine Ressortangelegenheit mehr sein dürfe, sondern in allen Bereichen – Verkehr, Wirtschaft, Finanzen, Soziales, – integriert werden sollte. Es gelte die umgekehrte Formel: Industriepolitik sollte auch Umweltpolitik sein.

Schmidt führte aus, dass man sehr unreflektiert vom Dreiklang oder den drei Säulen der Nachhaltigkeit ausgehe, also Umwelt, Wirtschaft und Soziales, und dann die Wirtschaft immer wieder als hemmenden Faktor erlebe. Dabei gehe es vielmehr um das Ausbalancieren von „gutem Leben und Teilhabe“ auf der einen Seite und der „ökologischen Tragfähigkeit“ auf der anderen Seite. Die Wirtschaft sei kein gesellschaftliches Ziel an sich, sondern Mittel zum Zweck – zum Beispiel zur Erreichung des guten Lebens, was mit der sozialen Marktwirtschaft weitgehend gelungen sei. Schmidt: „Nun muss man die Wirtschaft auch zur Erreichung der ökologischen Tragfähigkeit einsetzen. Die Ziele dafür dürfen aber nicht von der Wirtschaft vorgegeben werden, sondern müssen von der Politik kommen.“