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Allzeit bereit: Die Pfadfinder der Royal Rangers in Pforzheim sind eine bunte Truppe. Hauptstammleiter ist Toni Grecco (links), der mitten in den Vorbereitungen für das Jubiläumsfest steckt.  Foto: Roller 

Pforzheimer Royal Rangers existieren schon seit 30 Jahren

Pforzheim. Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft und Respekt sind nur einige der Werte, für die die Pfadfinder der Royal Rangers stehen. In Pforzheim gibt es sie inzwischen seit 30 Jahren. Ein Jubiläum, das am Samstag, 2. Juli, groß gefeiert wird. Dann will der Pforzheimer Stamm einen Einblick in seine Arbeit geben und die Prinzipien der Pfadfinder vorstellen.

Eines lautet: „Im Team sind wir stark.“ Ein anderes: „Der Stärkere beschützt den Schwächeren.“ Hauptstammleiter Toni Greco sagt, man bilde Persönlichkeiten aus. Jeder könne seine Fähigkeiten einbringen, die dann gefördert würden. Man fühle sich christlichen Werten verpflichtet und lebe nach dem Wort Gottes, das man an Kinder und Jugendliche vermittle. Diese sollten lernen, die Natur pfleglich zu behandeln und zu schützen. „Es geht um den respektvollen Umgang mit Gottes Schöpfung“, so Greco.

Am 1. Juni 1992 von Armin Zumrode gegründet, gehören die Pforzheimer Royal Rangers zu einer internationalen Gemeinschaft, die seit 1961 existiert und damals in den Vereinigten Staaten ins Leben gerufen wurde. Von dort kommen auch die Grundregeln, die unter anderem vorschreiben, dass jeder Stamm an eine freie evangelische Kirchengemeinde angedockt sein muss. In Pforzheim ist das die Volksmission. Jeder Stamm weltweit bekommt eine Nummer in der Reihenfolge, in der er gegründet wurde. Pforzheim trägt die Nummer 88.

Mitmachen ab vier Jahren

Aktuell haben die Royal Rangers dort mehr als 160 Mitglieder. Mitmachen kann man ab vier Jahren, nach oben gibt es keine Altersgrenze. Gruppenstunden heißen bei ihnen Stammtreffen und finden nach Alter aufgeteilt statt: Es gibt Entdecker, Forscher, Kundschafter und Pfadfinder.

Jederzeit einsteigen

Geht es anfangs noch um das reine Entdecken der Natur, wird es später immer praktischer. „Bei uns baut alles aufeinander auf“, erklärt Greco. Trotzdem könne man jederzeit einsteigen. „Die Kinder und Jugendlichen lernen ganz schnell voneinander.“ Wichtiger Bestandteil des Programms sind auch Geländespiele und die Beschäftigung mit der Bibel. Die Älteren, die Kundschafter und Pfadfinder, treffen sich zum Teil auch an den Wochenenden und unternehmen Wanderungen, Fahrradtouren, gehen klettern und Kanufahren, immer mit den Leitern und nach Geschlechtern getrennt, manchmal auch mit Übernachtungen. „Dabei lernen sie das Überleben in der Wildnis und wenden die Techniken an, die sie zuvor in den Stammtreffen gelernt haben“, erklärt Greco. Wer 18 Jahre alt ist, darf selbst Leiter werden – aber nicht ohne vorherige Ausbildung. Mehrere Stufen können erreicht werden, die erste heißt NTC und steht für nationales Trainingscamp. Die höchste Stufe ist das Advanced-National-Trainings-Camp (ANTC), das nur wenige erreichen. Grecco ist einer von ihnen und betont: „Das Lernen hört bei uns nie auf.“ Bei den Royal Rangers müsse man sich ständig weiterbilden und seine Fähigkeiten zum Wohl der Allgemeinheit verbessern. Deswegen hat der Pforzheimer Stamm fünf eigene Überlebenstrainings entwickelt, die mittlerweile von Pfadfindern aus ganz Deutschland absolviert werden. „Pforzheim ist sehr innovativ“, sagt Grecco und erzählt, dass man beim Juniorleiter-Trainingscamp unzählige Jugendliche aus ganz Deutschland auf den Einstieg in die Mitarbeiterschaft vorbereite. Einmal pro Jahr stellen die Royal Rangers auf dem Huchenfelder Lohwiesenhof ein Zeltlager auf die Beine, bei dem Kinder und Jugendliche ab neun Jahren viel Verantwortung übernehmen: Sie singen nicht nur Lieder, machen Theater und toben sich aus, sondern kümmern sich auch um das Essen, um das Feuer und um den Aufbau. „Die Kinder lernen, selbstständig zu werden“, sagt Greco und berichtet von Eltern, die ihm erzählt hätten, dass sich ihr Kind zum Positiven verändert habe.