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Im Mai 2012 beteiligte sich Mounir I. (rechts) an der Seite eines bärtigen Glaubensbruder mitten in der Pforzheimer City an der umstrittenen Koran-Aktion. PZ-Archiv
Im Mai 2012 beteiligte sich Mounir I. (rechts) an der Seite eines bärtigen Glaubensbruder mitten in der Pforzheimer City an der umstrittenen Koran-Aktion. PZ-Archiv © PZ-Archiv
12.06.2013

Pforzheimer Salafist kämpft im syrischen Bürgerkrieg

Bislang wollten weder die Pforzheimer Polizei noch das Landeskriminalamt (LKA) Medienberichte kommentieren, wonach ein junger Pforzheimer in den syrischen Bürgerkrieg gezogen ist. Nun bestätigt Karl-Heinz Ruff, Leiter des Staatsschutzes beim LKA: Munir I. hält sich in Syrien auf. Ruff geht davon aus, dass der 19-jährige Pforzheimer von dem radikalen Salafisten Sabri Ben Abda zur Teilnahme an den Gefechten aufgestachelt wurde. Auch in Pforzheim war er schon aufgefallen.

Das Gespräch mit Ruff, dem obersten Staatsschützer des Landes, spielte eine tragende Rolle in dem Beitrag „Für Allah in den Bürgerkrieg“, der am Dienstagabend im ARD-Politmagazin „Report Mainz“ zu sehen war. Aber eben auch der Deutsch-Tunesier MunirI., der an der Seite eines bärtigen, ebenfalls jungen Mannes bei einem umstrittenen und aufsehenerregenden Auftritt in der Pforzheimer Innenstadt zu sehen war. Munir I. hatte sich im Mai vorigen Jahres an der Koran-Aktion beteiligt, bei der in der Fußgängerzone deutsche Übersetzungen des Koran verteilt worden waren (die PZ berichtete). Eine Frau aus dem Raum Pforzheim bewies dabei Mut, als sie junge Menschen warnte, sich den Salafisten anzuschließen. Sie selbst habe ihre konvertierte Tochter an diese in ihren Augen sektenmäßig agierende Gruppe verloren. MounirI. provozierte dabei wiederholt das die Frau begleitende TV-Team, indem er einen Koran vor die Kameralinse hielt.

In einem Interview hat sich der Imam der Tauheed-Moschee, Taher Nawaz, erschrocken darüber gezeigt, dass sich einige junge Muslime in Deutschland separierten, radikalisierten und im syrischen Bürgerkrieg islamistischen Terrorgruppen anschlössen, die für einen Gottesstaat kämpften. „Es ist Zeit, unsere Pflicht zu erfüllen“, ist in einem YouTube-Eintrag von Munir I. zu lesen, der ebenfalls bei „Report Mainz“ zu sehen war.

Einen ausführlichen Bericht zu Mounir I. gibt es am Donnerstag in der Pforzheimer Zeitung.

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