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Der Chor der jüdischen Gemeinde Pforzheim singt an der Gedenkstätte am Hauptgüterbahnhof. Foto: Ketterl
Der Chor der jüdischen Gemeinde Pforzheim singt an der Gedenkstätte am Hauptgüterbahnhof. Foto: Ketterl
22.10.2015

Pforzheimer gedenken verschleppter Juden

Genau 75 Jahre, nachdem 195 von insgesamt 5400 badischen Juden aus Pforzheim von den Nationalsozialisten ins französische Internierungslager Gurs verschleppt worden waren, haben sich Bürger am Donnerstag dort versammelt, wo für die Holocaust-Opfer ein leidvoller Weg begann: an der Gedenkstätte am Hauptgüterbahnhof.

„Dieser Ort mahnt uns dazu, mutig und entschlossen zu sein, wenn jemand unsere Hilfe braucht“, sagte Oberbürgermeister Gert Hager bei der Gedenkfeier. „Zum Beispiel die vielen Flüchtlinge, die heute zu uns kommen und deren Elend wir uns, die in Wohlstand und Frieden leben, nicht vorstellen können“, spannte er den Bogen in die heutige Zeit. Es sei nicht in Worte zu fassen, was hier am 22. Oktober 1940 passiert sei.

Die Veranstaltung rahmte der Chorgesang der jüdischen Gemeinde, das Totengebet von Rabbiner Michael Jaakov Bar-Lev sowie das Spiel auf dem Schofar, einem traditionellen Instrument, ein.

Begleitend findet noch bis 30. Oktober im Lichthof des Alten Rathauses die Ausstellung „Skizzen aus dem Camp de Gurs von Sigismond Kolos-Vari“ statt. Sie ist montags bis freitags von 7.30 bis 17 Uhr geöffnet.

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