nach oben
Nach einem Brandanschlag auf fünf Ausländer in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) hat die Polizei am Mittwoch bei eine groß angelegten Durchsuchungsaktion in der rechten Szene auch eine Wohnung in Pforzheim durchsucht.
Nach Ausländerjagd auch Hausdurchsuchung in Pforzheim © dpa
14.04.2011

Pforzheimerin ist Zeugin des Anschlags auf Ausländer

WAIBLINGEN/PFORZHEIM. Nach einem Brandanschlag auf fünf Ausländer in Winterbach (Rems-Murr-Kreis) hat die Polizei am Mittwoch bei eine groß angelegten Durchsuchungsaktion in der rechten Szene auch eine Wohnung in Pforzheim durchsucht. Dabei handelt es sich um die Wohnung einer 26-jährigen, in der die Polizei sowohl das Mobiltelefon, als auch den Computer beschlagnahmte. Die Frau war am Abend der Eskalation in Winterbach dabei gewesen und soll nun als Zeugin dienen.

Nach Auskunft des Waiblinger Pressesprechers Klaus Hinderer hatten am Samstagnacht gegen zwei Uhr, einige Anhänger der rechten Szene Jagd auf neun Ausländer gemacht. Fünf von ihnen konnten sich in eine Gartenhütte retten. Die Rechtsradikalen zündeten diese schließlich an. Die Ausländer konnten in letzter Sekunde fliehen.

Die beiden Gruppen waren aufeinander geraten, weil sie in unmittelbarer Nähe zwei Feste feierten - getrennt nur durch einen Feldweg. Zirka 30 bis 35 Anhänger der rechten Szene hatten auf dem Grundstück eines ehemaligen NPD-Anhängers die Geburtstage zweier Frauen gefeiert. Da der Polizei der 35-Jährige Grundstücksbesitzer bereits einschlägig bekannt ist und an selben Platz bereits mehrere Partys dieser Art gefeiert wurden, hatten die Beamten am Abend ein Streifenwagen der Schorndorfer Polizei vorbei geschickt. Sie führte mit dem ehemaligen NPD-Mitglied eine Gefährder-Ansprache, bei der die Beamten ermahnen, sich an Regeln und Gesetze zu halten. Gegen zwei Uhr in der Nacht auf Sonntag kam es allerdings trotzdem zur Eskalation. Auf verbale Rangeleien folgte die Verfolgung der ausländischen Gruppe mit Äxten, bei der diese Zuflucht in der Gartenhütte suchten. Die, die sich nicht in die Hütte flüchten konnten, wurden verfolgt und angegriffen. Die Polizei wurde von den geflohenen Ausländern und denjenigen, die in die Hütte geflüchtet waren alarmiert.

Bei der anschließenden Fahndung nahm die Polizei noch in der selben Nacht acht Tatverdächtige fest. Am Tag darauf weitere sechs. Weil kein dringender Tatverdacht vorlag, konnte zunächst gegen keine der Personen Haftbefehl erlassen werden. Im Zuge der Folgeermittlungen wurden zahlreiche Namen genannt, so dass am Mittwoch eine groß angelegte Durchsuchungsaktion im Rems-Murr-Kreis, im Bereich Freudenstadt, Ludwigsburg, Calw, Stuttgart, Esslingen, Tuttlingen, Pforzheim, Aalen und im Saarland durchgeführt wurde.