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Symbolbild: Adobe Stock

Pistole an den Kopf gehalten: Vier Jahre Haft nach Attacke auf Taxifahrer in Pforzheim

Pforzheim. Die Worte des Vorsitzenden Richters der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim, Andreas Heidrich, hatten durchaus etwas Verbindendes: „Oftmals ist es sehr gut, wenn sich Opfer und Täter nochmals in die Augen blicken.“ So mancher hätte spätestens daraufhin erkannt: Da sitzt kein Monster. Dennoch hatte der Angeklagte am Freitag kein gemildertes Strafmaß zu erwarten: Vier Jahre Haft, lautete nicht nur der Richterspruch, sondern auch die fast einhelligen Plädoyers von Staatsanwalt Marius Walz und Verteidiger Thomas Abele. Was war passiert?

Im März dieses Jahres wollte der Angeklagte, ein 22-jähriger Deutscher, gegen 3 Uhr nachts mit dem Taxi vom Pforzheimer Hauptbahnhof nach Lienzingen fahren. Er stieg in das Fahrzeug eines türkischen Taxifahrers, der diesen Personentransport wohl nie wieder vergessen wird: Am Zielort angekommen, hielt ihm der Täter eine Pistole an den Kopf und erbeutete die bisherigen Nachteinnahmen in Höhe von rund 140 Euro.

Dass es sich bei der Waffe um eine Attrappe handelte, trug nicht zu Minderung des Strafmaßes bei. Zur Tatzeit stand der Mann noch unter Bewährung in der Jugendvollzugsanstalt in Freiburg, wo er eine zweijährige Strafe absaß, die eigentlich 2020 hätte enden sollen.

Im Lauf der Verhandlung wurden weiter seine Probleme mit Marihuana und Kokain erwähnt. Hinzu komme ein bislang ziemlich planlos verlaufenes Leben, dem ein schlechter Hauptschulabschluss, diverse Gelegenheitsjobs und 5000 Euro Schulden zugrunde liegen.

Laut Aussagen der Polizei wurde auf dem Smartphone des Täters zudem ein Selfie gefunden, das bezeichnenderweise an eine Szene aus dem Film „Taxi Driver“ mit Robert de Niro erinnert: Ähnlich wie der Hauptsteller, steht auch der Angeklagte vor dem Spiegel, um mit gezogener Knarre zu posieren.

Mehr über diese Gerichtsverhandlung. lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.