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Eine Frau hält in einem Waffengeschäft eine Schreckschusspistole in der Hand. Bei den sogenannten „freien Waffen“ verzeichnet der Fachhandel in jüngster Zeit eine massive Umsatzsteigerung. Foto: dpa
Eine Frau hält in einem Waffengeschäft eine Schreckschusspistole in der Hand. Bei den sogenannten „freien Waffen“ verzeichnet der Fachhandel in jüngster Zeit eine massive Umsatzsteigerung. Foto: dpa
09.02.2016

Pistole in der Handtasche: Antragsflut beim Kleinen Waffenschein

Immer mehr Menschen in Deutschland beantragen einen Kleinen Waffenschein für Schreckschusspistolen. Das hat eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Irene Mihalic (Grüne) ergeben. Laut Bundesinnenministerium nahm die Zahl der Anträge von Ende November bis Ende Januar um mehr als 21.000 zu. Das entspricht einem Anstieg um sieben Prozent innerhalb von zwei Monaten.

Zum Vergleich: Im gesamten Zeitraum von Januar bis November 2015 wuchs die Gesamtzahl um sechs Prozent. Insgesamt waren im Nationalen Waffenregister Ende Januar bundesweit fast 301.000 Kleine Waffenscheine gespeichert. Anders als im Bund, liegen fürs Land anschaulichere, absolute Zahlen vor: Während 2015 in Baden-Württemberg insgesamt rund 3100 Anträge für den Kleinen Waffenschein gestellt wurden, waren es allein im Januar 2016 rund 2000.

Kein Pforzheimer Phänomen

In Pforzheim liegt der Anstieg in der Zeit nach den Übergriffen der Silvesternacht in Köln deutlich höher: Das Amt für öffentliche Ordnung meldet 103 beantragte Kleine Waffenscheine im laufenden Jahr. „Normalerweise werden pro Jahr zwischen 20 und 30 Anträge gestellt“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Die Zahl der Scheine lag Ende 2015 bei 516. Im Enzkreis gab es 960. Aktuell werden 97 neue Anträge bearbeitet. Wie ein Vergleich mit Reutlingen zeigt, handelt es sich dabei nicht um ein reines Pforzheimer Phänomen: Die vergleichbare große Stadt weist auf PZ-Anfrage ähnliche Zahlen aus: Bislang wurden 99 Anträge gestellt – ebenfalls gegenüber üblicherweise 20 bis 30 pro Jahr.

Die Polizei sieht diese Entwicklung mit Sorge.

Mehr darüber lesen Sie am Mittwoch n der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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