760_0900_129814_Pforzheim_Tag_der_Diakonin_6499.jpg
Pforzheims kfd-Dekanatsfrauen fordern Gleichberechtigung in der Kirche.  Foto: Fux 

Plädoyer für die Weihe von Diakoninnen in Pforzheim

Pforzheim. Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) fordert seit Jahren die Weihe von Diakoninnen. Diesem Ziel schließen sich die Frauen aus dem kfd-Dekanat Pforzheim an. Sie nutzten am Dienstagabend im Enzauenpark die Gelegenheit, den wegen der Pandemie im April ausgefallenen Gottesdienst zum Tag der Diakonin nachzuholen. Das Motto lautete: „Gerecht“.

„Gerecht leben und handeln ist christlicher Auftrag und Anspruch zugleich. Doch wie gerecht geht es in unserer Kirche zu?“, fragten sich die stellvertretende Pforzheimer kfd-Vorsitzende Angelika Masanz und ihre Mitstreiterinnen. „Gemeinsam mit immer mehr Frauen und Männern fordern wir die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am sakramentalen Dienst des Diakonats. Denn nur eine Kirche, in der sich Gerechtigkeit verwirklicht, ist eine glaubwürdige Kirche“, betonte Masanz.

Die Heilige Katharina von Siena, Patronin des Tages der Diakonin, habe sich nicht gescheut, das von ihr als richtig Erkannte gegen innerkirchliche Widerstände zu verfolgen. „So hoffen auch wir weiter auf Gerechtigkeit und lassen uns von aktuellen Rückschlägen nicht ermutigen“, unterstrich Masanz.

Hartnäckig und unbeirrbar

Der Tag der Diakonin wird seit 1997 zusammen mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), dem Netzwerk Diakonat der Frau und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gefeiert. „Schon seit vielen Jahren begehen insbesondere katholische Frauen den Tag der Diakonin und fordern hartnäckig und unbeirrbar die Zulassung der Frauen zum sakramentalen Diakonat“, erläuterte Masanz. Die Frauen aus dem Katholischen Dekanat Pforzheim unterstützten mit der Teilnahme am Gottesdienst, der musikalisch von Thomas Schmidt begleitet wurde, die Forderung. „Denn die kfd ist der festen Überzeugung, dass eine wirkliche Erneuerung der Kirche nur gelingt, wenn Frauen alle Dienste und Ämter in der Kirche offenstehen“, zitierte Masanz aus dem Positionspapier ‚gleich und berechtigt‘, das 2019 bei der kfd-Bundesversammlung einstimmig verabschiedet worden war.

Katharina von Siena wurde 1347 in Italien geboren. Sie erlebte die Schrecken der Pest. Für sie war die eigene, umfangreiche diakonische Tätigkeit sehr wichtig. Sie fand den Mut, Mächtigen ihrer Zeit zu widersprechen und sie mit der Wahrheit zu konfrontieren. Die Frau wurde zur Beraterin von weltlichen und kirchlichen Größen. Ihr gelang es, den in Avignon im Exil lebenden Papst Gregor zur Rückkehr nach Rom zu bewegen. Unerschrocken setzte sie sich für die innere Reform der Kirche ein.