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17.04.2013

Pläne für Edeka im Rodgebiet werden Bürgern erneut zugänglich gemacht

Pforzheim. Das Projekt Supermarkt im Rodgebiet geht in die nächste Phase. Jetzt hat der Planungs- und Umweltausschuss des Gemeinderats dem Umgang mit den Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange zugestimmt und den Entwurf für den Bebauungsplan „Südlich der Postwiesenstraße“ empfohlen.

Zum vorgesehenen 1400 Quadratmeter großen Supermarkt mit 40 Quadratmeter großem Backshop sind rund 260 schriftliche Stellungnahmen aus der Bevölkerung eingegangen. „Wir haben mittlerweile jede Einzelne bearbeitet“, sagte der Erste Bürgermeister Roger Heidt. Diese Anregungen und Einwendungen ließen sich zu vier Themenfeldern zusammenfassen, erläuterte Thomas Noller vom Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung. So hätten sich die Stellungnahmen auf die Bereiche Einzelhandel, Verkehr, Schall und Lärm sowie die Standortqualität bezogen.

Carsten von Zepelin (CDU) bedankte sich für die umfangreiche Aufarbeitung und wies darauf hin, dass „ein hohes Maß an Transparenz“ erreicht worden sei. Wie bereits im Vorfeld stimmte seine Fraktion einstimmig für die Supermarkt-Ansiedlung. Auch Ralf Fuhrmann (SPD) unterstrich die Durchschaubarkeit der Planungen. „Dies ist ein Beispiel für einen transparenten Prozess, der auch seine Zeit braucht“, sagte er. „Die 262 Stellungnahmen zeigen, die Menschen machen sich Gedanken.“ Auch die SPD stimmte einstimmig dafür, die Pläne im Rodgebiet weiterzuverfolgen. Die Nahversorgung sei notwendig und werte den Stadtteil eher auf als ab, schloss Fuhrmann.

Bernd Zilly (Unabhängige Bürger) erläuterte, in der Fraktionsgemeinschaft sei man unterschiedlicher Auffassung. „Die Mehrheit lehnt ein Vorhaben in dieser Größenordnung ab“, sagte er. „Dadurch wird in die benachbarten Gebiete in unangemessener Weise eingegriffen.“ Auch sei „im Vorfeld einiges schiefgelaufen“. So fehle in der Darstellung die Untersuchung, wie sich ein kleinerer Markt auswirken würde. Zilly lehnte ab, Fritz Sinzenich (Freie Wähler) stimmte zu.

Monika Descharmes (FDP) sprach sich für den Supermarkt aus. „Der Einkauf von Lebensmitteln gehört zu den Grundbedürfnissen der Menschen“, erklärte sie. So sei der Markt die „Konsequenz aus der Anerkennung von veränderten Lebenswirklichkeiten“, wie dem Zuzug junger Familien.

Uta Golderer (Grüne Liste) brachte die zweite Gegenstimme ein. Sie habe Bedenken wegen der Größe des Marktes. „Es hätten auch 800 Quadratmeter gereicht“, so Golderer. Zwar sei das Verfahren transparent gewesen, sie habe jedoch den Eindruck gehabt, die Bürger könnten nicht wirklich Einfluss nehmen und es handel sich um ein Gefälligkeitsgutachten“, sagte die Stadträtin. Im nächsten Schritt soll der Bebauungsplan der Öffentlichkeit für einen Monat zur Einsicht bereitgelegt werden.