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Joachim Hülsmann und Claudia Rautenberg vom Jugend- und Sozialamt, Oberbürgermeister Peter Boch und Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn (von links) sprechen über die Vergabe der Kindergartenplätze. 

Platzvergabe in Pforzheimer Kitas: 1.712 Zusagen verschickt - aber auch 1158 Absagen

Pforzheim. Trotz der gegenwätigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kinderbetreuung läuft die Platzvergabe für das Kindergartenjahr 2020/21 bei der Stadt Pforzheim auf Hochtouren: Insgesamt 1.712 Zusagen konnten in den letzten Tagen von den Kindertageseinrichtungen versandt werden. Das gab die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt.

200 Kinder mehr in Betreuung

„Aktuell betreuen wir über 200 Kinder mehr als letztes Jahr zu dieser Zeit“, so Oberbürgermeister Peter Boch. „Ein Grund dafür liegt sicher in dem enormen Ausbau an Betreuungsplätzen, den wir gerade betreiben.“ Dieser Ausbau sei aber auch dringend geboten, weil der Bedarf noch rasanter ansteige, als angenommen - zum Beispiel aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben, wie der Verschiebung des Einschulungsstichtages. „Wir werden das Tempo beim Ausbau weiter halten und wo immer möglich steigern“, so der OB. Das habe höchste Priorität im Rahmen der familienfreundlichen Stadt.

Alle Kinder mit Höchstpunktzahl versorgt

Dieses Jahr konnten alle Kinder mit Höchstpunktzahl bei der Platzvergabe versorgt werden. „Damit haben wir unser Vorhaben umgesetzt, die vorhandenen Plätze zuerst an die Kinder zu geben, die aus pädagogischer Sicht den dringlichsten Bedarf haben“, bewertet Bürgermeister Frank Fillbrunn das Ergebnis der Umstellung der Bepunktung in der Vormerkliste.

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1158 Absagen

In den nächsten Tagen müssen nun die insgesamt 1.158 Absagen an Eltern versandt werden, deren Kinder nicht zum gewünschten Aufnahmetermin in den von ihnen angegebenen (drei) Wunscheinrichtungen zum Zuge kommen. Diese Zahl der betroffenen Eltern ist größer als im letzten Jahr mit 952 Absagen – und zusätzlich 197 noch unversorgten Kindern mit der Höchstpunktzahl. Zwar können erfahrungsgemäß 100 bis 150 Kinder im Laufe des Kita-Jahres noch auf frei werdenden Plätze vermittelt werden, trotzdem ist diese Zahl „mit Blick darauf, dass wir einiges an neuen Plätzen schaffen konnten, eine unschöne Nachricht, insbesondere für die betroffenen Eltern“, konstatiert Bürgermeister Frank Fillbrunn.

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Die Stadt hat eine Mitteilung zur Vergabe der Kindergartenplätze veröffentlicht.

Die zwei wesentlichen Gründe für die höhere Anzahl an Absagen liegen in der Verlegung des Einschulungsstichtages, weshalb 142 Kinder in der Kita verbleiben, und dem deutlich spürbaren Zuwachs von über 200 Kindern im Kita-Alter. Außerdem konnte leider die interreligiöse Kita Irenicus aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Virus-Pandemie noch nicht einmal die Hälfte ihrer 100 Plätze vergeben. Diese Plätze werden aber sukzessive mit Beginn des neuen Kita-Jahres zur Verfügung stehen und entsprechend nachbesetzt.

Kita-Ausbau geht weiter voran

Im vergangenen Jahr wurden jedoch auch viele Kita-Plätze geschaffen. Insgesamt konnten 140 Plätze für Kinder zwischen 3 und 6,5 Jahren und 50 neue Plätzen für Kinder unter 3 Jahren in Neu- und Ausbauvorhaben in Betrieb genommen werden. „Es vergeht fast keine Gemeinderatssitzung, in der wir nicht mindestens ein Neubau-Vorhaben beschließen“, sagt Oberbürgermeister Peter Boch. Die neuen Plätze sind durch vier neue Einrichtungen und zwei Erweiterungen entstanden. Zu den neuen Einrichtungen gehört die Kita Himpelchen und Pimpelchen, die Krippe Goldstadtkinder des Internationalen Bunds (IB), der integrativer und tiergestützte Naturkindergarten des Caritasverbands sowie die Natur- und Sportkita Huchenfeld, die ebenfalls vom IB betrieben wird. Die zwei Erweiterungen fanden im Waldkindergarten am Wildpark und mit einer Naturkindergartengruppe im Waldorfkindergarten statt.

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In diesem und nächsten Jahr nehmen neben der weiteren Platzvergabe in der Irenicus-Kita voraussichtlich große Einrichtungen wie die Kita in der Erbprinzenstraße mit 100 Plätzen und zwei Stadtbau-Projekten in der Ost- und Nordstadt mit zusammen 130 Plätzen den Betrieb auf. Mit weiteren kleineren Projekten können so nach derzeitigem Planungsstand 2020 und 2021 rund 440 neue Plätze entstehen. Die Ausbauplanung umfasst aktuell gut 30 Vorhaben in unterschiedlichen Planungs- und Realisierungsstadien mit insgesamt über 1800 Plätzen. „Die Zahlen zeigen, dass hier erhebliche Anstrengungen unternommen werden“, betonen Boch und Fillbrunn. Beide danken allen, „die hier mit Hochdruck mitarbeiten“. „Allerdings werden wir auch in den kommenden Jahren noch die Verschiebung des Einschulungsstichtages und das starke Bevölkerungswachstum bei Kindern unter sechs Jahren zu spüren bekommen“ so der Sozialbürgermeister.

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Sonderberatungszeiten der Vormerkstelle

Um Eltern, die jetzt eine Absage für ihre Wunscheinrichtungen erhalten, eine Anlaufstelle zu bieten, richtet die Stadt Pforzheim vom 11. Mai bis zum 29. Mai telefonische Sonderberatungszeiten der Vormerkstelle ein „Dieses Angebot hat sich im letzten Jahr bewährt und wir freuen uns auch diese Jahr den Eltern eine Anlaufstelle bieten zu können – auch wenn diese aufgrund der derzeitigen Situation auf den telefonischen Weg verlegt werden muss“, bemerken Peter Boch und Frank Fillbrunn. Die dort eingesetzten Mitarbeiter werden nicht in jedem Fall weiterhelfen oder eine Lösung anbieten können, sie haben aber die Möglichkeit aufzuzeigen, dass es auch Alternativen gibt, wie beispielsweise Tapir oder Tagesmütter.

Eltern erreichen die Vormerkstelle täglich von jeweils von 8 bis 12 Uhr sowie montags bis mittwochs von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr unter der Rufnummer (07231) 39-2011.