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Ein Hausarzt ist für die Versorgung von Patienten zuständig. Doch was passiert, wenn der Arzt nicht mehr will? Foto: Bernd Weißbrod
Ein Hausarzt ist für die Versorgung von Patienten zuständig. Doch was passiert, wenn der Arzt nicht mehr will? Foto: Bernd Weißbrod
27.09.2016

Plötzlich ohne Arzt: Erst nach Beschwerde wird 88-Jähriger behandelt

Pforzheim. Ein 88-Jähriger im betreuten Wohnen sucht vergebens eine neue Praxis. Die Tochter beschwerte sich daraufhin bei der kassenärztlichen Vereinigung – und der Arzt lenkte ein.

Er könne den 88-jährigen Patienten nicht weiter behandeln. Das sei zeitlich zu aufwendig und ein Personalengpass in der Praxis mache die weitere Versorgung unmöglich, hatte der Hausarzt vergangene Woche angekündigt. Im November 2015 war der Senior Peter W. (Name geändert) gestürzt und musste nach der Notfallbehandlung und der stationären Aufnahme in der Neurochirurgie in Ludwigsburg seitdem noch dreimal zur Kontrolle dorthin. Er lebt seit einem Jahr in einer betreuten Wohnanlage der Caritas-Station in Pforzheim. Damals wechselte er auch zu seinem jetzigen Hausarzt, der ihm jetzt zunächst die weitere Versorgung verwehrte. Und es sich dann am Montag anders überlegt hat, nachdem sich die Tochter des Patienten bei der Kassenärztlichen Vereinigung beschwert hatte.

Den entsprechenden Hiobs-Anruf hatte Tochter Irmela W. (Name geändert) in der vergangenen Woche von einem Mitarbeiter der Sozialstation erhalten. Die Krankenkasse, die für den 88-Jährigen zuständig ist, hatte der Arzt inzwischen ebenfalls informiert. Auf die Frage, wer denn künftig die Behandlung übernehmen könne, habe der Arzt ihr geraten, andere Praxen anzurufen. Laut Irmela W. ist der Senior auf Medikamente angewiesen.

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