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Sportliches Können, Fairplay und Integration stehen im Mittelpunkt.
18.12.2016

Polit-Prominenz zum Ausklang der Bolzplatzliga – und eine klare Botschaft

Irgendwie ist Vincenzo Grifo immer dabei, der technisch so beschlagene Mittelfeldstar des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, der als junger Pforzheimer Straßenkicker auch bei der Bolzplatzliga schon sein Können zeigte. Stets wird an ihn erinnert, als an einen, der es vom CfR über den KSC, Hoffenheim, Frankfurt, Dresden in die höchste deutsche Spielklasse geschafft hat. Diesmal auch dadurch, dass einer Mitspieler ein Vincenzo-Grifo-Trikot trug.

Bildergalerie: Finale der Bolzplatzliga in der Jahnhalle

Dabei sind fußballerischer Glanz, sportliches Leistungsvermögen und technische Kabinettstückchen bei aller Wertschätzung vor dem Können der 26 Fünfer-Teams in drei Jahrgängen nicht der alleinige Grund, warum mit schöner Regelmäßigkeit die Pforzheimer Politprominenz zum Finale kommt. An diesem Samstag fanden die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU), Katja Mast (SPD), ihr Landtagskollege Hans-Ulrich Rülke (FDP), der Erste Bürgermeister Dirk Büscher (CDU) und seine Kollegin für Soziales, Bildung und Sport, Monika Müller (SPD) nebst vielen Stadträten den Weg in die Jahnhalle.

Wichtig für Integration

Die Bolzplatzliga als ein Projekt des Stadtjugendrings und des Sportkreises Pforzheim Enzkreis, bei der die Straßenkicker unter anderem durch den Verzicht auf Schiedsrichter und so durch das eigene, gemeinsame Klären strittiger Situationen den Begriff Fairplay verinnerlichen, geht weit über Sport hinaus. Viele der jungen Fußballer stammen aus anderen Ländern, manche sind erst seit kurzem hier, zwei Flüchtlingsmannschaften gibt es. Das Projekt dient der Integration, verhilft auch zu Bindungen an die örtlichen Fußballvereine. Und es ermöglicht immer wieder Botschaften wie diese: „Pforzheim braucht euch“, sagt Renate Thost-Stetzler, die Präsidentin des Service-Clubs Inner Wheel Nordschwarzwald, deren Organisation am Samstag einen Spenden-Scheck über 2600 für die Bolzplatzliga überreichte – das Geld wurde gesammelt, indem die Präsidentin aus Anlass ihres Geburtstags um Spenden dafür anstelle von Geschenken bat.

„Ihr sollt euch in Pforzheim genauso wohl fühlen wie wir“, formuliert sie an die Adresse der Jugendlichen im Alter von elf bis 19 Jahren, verbindet das auch mit dem klaren Wunsch, diese mögen sich einbringen, Leistung bringen, genau wie sie es als Fußballer tun. „Wenn es dazu dient“, sagt Renate Thost-Stetzler über ihre Spende, „dann freut uns das sehr.“

Geld von Spendern und Stadt

Ein weiterer Spender, der ungenannt bleiben wollte, hat mit 5000 Euro den Fortbestand der Bolzplatzliga-Winterrunde mit Hallenspielen vorläufig gesichert, bevor dies auch der Gemeinderat tat: Während der Haushaltsberatungen entschied sich der Finanzauschuss auf Antrag von Jörg Augenstein (CDU) einhellig, anderweitig frei werdende Gelder aus dem Sportetat in Höhe von über 6000 Euro jährlich für dieses Projekt zu verwenden, das bislang auf Vermittlung von Gunther Krichbaum von der Bundesliga-Stiftung gefördert worden war.

Zu kurz kommen soll der sportliche Aspekt vom Gewinnen und Verlieren nicht: Die Titel holten die Teams Eno 183 (U 13) und die White Royals (sowohl bei den U16 als auch den U20), die Fairplay-Preise, im Sinn der Liga ebenfalls außerordentlich wichtig, gingen an Capital 07 (U13), Yezidxan (U16) und Große Oben (U20).