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Die Bewohner des Brandhauses an der Hirsauer Straße in Dillweißenstein mussten evakuiert werden und fanden zunächst in einem Feuerwehr-Bus Unterschlupf, in dem sich auch das DRK um die Opfer des Kellerbrandes kümmerte. © Tilo Keller
Sechs Menschen wurden bei einem Brand in der Hirsauer Straße leicht verletzt. © Keller
Großeinsatz in Dillweißenstein. Die Feuerwehr muss 20 Menschen aus Mehrfamilienhaus retten. © Keller
22.07.2016

Polizei: Brandstiftung bei Kellerbrand mit verletzten Kindern in Dillweißenstein

Große Aufregung in der Nacht zum Freitag in Dillweißenstein: Gegen Mitternacht gingen bei der Feuerwehr Pforzheim die ersten Notrufe ein. Besorgte Anwohner meldeten, dass aus einem Anwesen in der Hirsauer Straße dicke Rauchwolcken quollen. Umgehend wurden zahlreiche Einsatzkräfte an den Brandort geschickt. Inzwischen geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Bildergalerie: Großeinsatz in Dillweißenstein: Feuerwehr muss 20 Menschen evakuieren

Gleich nach dem Ende der Löscharbeiten sind die Brandermittler des Kriminalkommissariats Pforzheim auf die Suche nach der Brandursache gegangen. Die Beamten gehen nach derzeitigem Ermittlungsstand von Brandstiftung aus. Details wurden noch keine bekannt. Unklar ist auch noch, ob eine fremde Person oder ein Hausbewohner für die Brandlegung in Frage kommt. In diesem Zusammenhang sucht das Kriminalkommissariat Zeugen, die zur Tatzeit Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, die im Zusammenhang mit dem Brand stehen können. Hinweise werden an den Kriminaldauerdienst Karlsruhe, Telefon (0721) 939-5555, erbeten.

Beim Eintreffen der Feuerwehr war die massive Rauchentwicklung aus dem Kellerbereich schon von weitem zu sehen. Unter anderem brannten im Treppenraum mehrere Kinderwägen und weitere Gegenstände, die dort gelagert waren. Die Feuerwehr zögerte nicht lange und evakuierte rund 30 Menschen zum Teil über eine Drehleiter aus dem Gebäude. In einem Feuerwehrbus wurden die 25 unverletzt Betroffenen von zwei Notärzten und einem Rettungsteam des DRK versorgt. Zwei Erwachsene und vier Kinder verletzten sich durch eingeatmetes Rauchgas leicht.

Währenddessen kümmerten sich weitere Einsatzkräfte um die Bekämpfung des Brandes im Keller und Treppenraum. Insgesamt waren laut Feuerwehr sechs Trupps unter Atemschutz im brennenden Gebäude im Einsatz.

Bereits um 0.45 Uhr hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Die Polizei übernahm anschließend das Kommando und machte sich auf die Suche nach der Brandursache.

Während die Verletzten in ein Krankenhaus gebracht wurden, konnten die anderen Betroffenen noch in der Nacht zurück in ihre Wohnungen.

Insgesamt waren rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr Pforzheim und der Freiwillingen Feuerwehren aus Eutingen, Brötzingen-West, Würm und Dillweißenstein mit 16 Fahrzeugen im Einsatz. Vor Ort waren vom DRK neben dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes und dem leitenden Notarzt zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, fünf Rettungswagen (vier vom DRK, einer vom ASB), die Kreisbereitschaftsleitung und der Ortsverein Stadt Pforzheim mit drei Fahrzeugen.

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 100.000 Euro.

Bei vielen Anwohnern kamen in der Nacht schreckliche Erinnerungen hoch. Im vergangenen Jahr ereignete sich in derselben Straße bereits eine schreckliche Brandtragödie. Vier Menschen starben, als in einem Gebäude aufgrund eines technischen Defektes Feuer ausbrach.

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