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08.09.2009

Polizei fasst letzten Tatverdächtigen des Minicar-Überfalls

PFORZHEIM. Die Polizei kann ein weiteres Kapitel des brutalen Überfalls auf einen Minicar-Fahrer am 31. Juli in der Südstadt schließen. Der dritte und letzte, bis vor kurzem noch flüchtige Tatverdächtige ist gefasst. Am 4. September konnte der 20-jährige Mann bei seiner Rückkehr aus dem Ausland in Stuttgart durch die Bundespolizei festgenommen werden.

Gegen den Tatverdächtigen war bereits - wie auch gegen seine beiden mutmaßlichen Mittäter - am 28. August Haftbefehl erlassen worden. Er wurde noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Den drei Tatverdächtigen wird vorgeworfen, ein Minicar nach Mühlacker bestellt zu haben. Sie ließen sich zunächst nach Pforzheim bringen, wo - entsprechend dem vorgefassten Tatplan - eine an der Tat beteiligte, aus Minsk (Weißrussland) stammende 17-jährige Frau Übelkeit vortäuschte und so das Opfer veranlasst wurde, anzuhalten und aus dem Fahrzeug zu steigen. Dort erhielt er von einem der beiden jungen Männer mehrere Schläge mit einem Teleskop-Schlagstock auf den Kopf, wodurch er schwere Kopfverletzungen, eine Nasenbein- und Kieferhöhlenfraktur sowie ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Er versuchte noch zu fliehen, brach dann aber infolge der Verletzungen zusammen.

Der Minicar-Fahrer hat bereits per Fotoauswahl den am 27. August festgenommenen 18-jährigen, in Pforzheim geborenen Mann als denjenigen erkannt, der die Schläge ausführte. "Das Tatwerkzeug, den Schlagstock, hatte der am Freitag in Stuttgart festgenommene mutmaßliche Mittäter nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen von einer weiteren Person ausgeliehen und seinem Mittäter zur Ausführung des gemeinsamen Tatplans zur Verfügung gestellt", erklärt Oberstaatsanwalt Dr. Christoph Reichert. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Aufklärung der einzelnen Tatbeiträge würden noch andauern.