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Uwe Heintz informiert Uwe und Birgit Schmid sowie Beate und Otto Heinrich über die Eigenschaften eines Fensters der Klasse RC2 (von links). Foto: Tilo Keller
Uwe Heintz informiert Uwe und Birgit Schmid sowie Beate und Otto Heinrich über die Eigenschaften eines Fensters der Klasse RC2 (von links). Foto: Tilo Keller
30.10.2016

Polizei gibt Tipps: Sicher durch die Einbruchssaison

Pforzheim. Mit der Zeitumstellung bricht nicht nur die Nacht wieder eine Stunde früher herein – die Winterzeit markiert auch den Beginn der Hochsaison für Einbrecher. Passend zum Datum hat die Polizei am Sonntag beim fünften Tag des Einbruchschutzes Tipps zum Schutz der eigenen vier Wände gegeben. Zwar sind die Fallzahlen nach dem Rekordjahr 2014 auf 2015 um zehn Prozent gefallen, und auch 2016 verläuft bislang eher ruhig – doch das Interesse ist da: Bereits vor der Öffnung, so Polizeihauptkommissar Wolfgang Schick, stehen die ersten Besucher an der Tür der Bahnhofstraße 22.

In der Beratungsstelle erklären die Polizeibeamten Uwe Heintz und Joachim Reiling unterschiedliche Möglichkeiten, sich abzusichern, erläutern die Widerstandsklassen, die von RC1 bis RC6 reichen. Die als Standard geltende Klasse RC2 ist darauf ausgelegt, einen Täter, der mit üblichen Werkzeugen wie Schraubenzieher und Keil anrückt, drei Minuten lang aufzuhalten, so Hans-Joachim Rausch. „Einbrecher hauen relativ schnell ab“, erläutert der Referent für Prävention und betont die Verbesserungen, die die entsprechenden Fenster und Türen bringen.

Dass sich Einbrüche verhindern lassen, legen auch die Zahlen nahe. Rund 43 Prozent der Versuche hätten die Täter abgebrochen, so Rausch. „Das sind die Fälle, die ich mir immer anschaue“, sagt der Mann, der die jährlich 3000 bis 4000 Einbrüche im Gebiet des Polizeipräsidiums Karlsruhe auf seinen Dienstrechner bekommt. Dass es beim Versuch bleibt, sei zu 40 Prozent der Sicherungstechnik geschuldet, zu 30 Prozent aufmerksamen Bürger, bei den restlichen 30 Prozent sei die Lage unklar. Ob nun nachgerüstet oder von Anfang an implementiert: Die Einbruchssicherung sollte im Idealfall mit einer Alarmanlage verbunden sein. Das schrecke ebenfalls ab – allerdings: „Ich warne vor Attrappen“, sagt Rausch aus Erfahrung. Und: Praktikabel muss es sein: Eine Lösung, die zu kleinteilig und aufwendig ausfällt, so die Experten, werde in der Regel nach kurzer Zeit bereits nicht mehr genutzt.

Rausch und seine Kollegen wissen, dass die Kosten einer Einbruchssicherung entgegenstehen können – doch gerade beim Neueinbau von Fenstern gibt es Varianten, die mit einem geringen Aufschlag auskommen. Die Polizei empfiehlt als neutrale Einrichtung allerdings weder einzelne Hersteller noch Handwerker, sondern stellt Übersichten zur Verfügung. Dazu kommt, dass dem Aufwand die Folgen eines Einbruchs entgegenstehen, besonders die psychischen. Wie berichtet, kann es für Betroffene eine große Belastung darstellen, wenn diese persönliche Sphäre verletzt wird – ein Thema, das der Vortrag „Einbruch in Haus und Seele“ aufgreift.

Auch ohne bauliche Veränderungen gibt es einfache, aber effektive Mittel zum Schutz. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Gebäude oder Haus einen belebten Eindruck erwecken. Das lasse sich etwa durch eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung erreichen, so Reiling. Ein weiterer Aspekt sei Aufmerksamkeit. Wer verdächtige Beobachtungen melde, könne sicher sein, dass die Polizei sich darum kümmere, so Rausch. Auch wenn dies zum Teil verdeckt geschehe und kein als solches erkennbares Polizeifahrzeug auftauche.