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Polizisten als Fußstreife (hier ein Symbolbild) – so sehen es Minister, Polizeichefs und Bürger am liebsten. Das heißt: Wo Not am Mann und an der Frau ist, müssen andere Reviere einspringen – so wie derzeit Mühlacker. Foto: Ketterl
Polizisten als Fußstreife (hier ein Symbolbild) – so sehen es Minister, Polizeichefs und Bürger am liebsten. Das heißt: Wo Not am Mann und an der Frau ist, müssen andere Reviere einspringen – so wie derzeit Mühlacker. Foto: Ketterl
07.08.2015

Polizei ist sich Freund und Helfer: Mühlacker unterstützt Bretten

Die Polizeireform sorgt auch eineinhalb Jahre nach ihrem Inkrafttreten für Aufregung – naturgemäß nicht laut bei denjenigen, die sich durch Kritik ins Abseits befördern würden. Und so werden oft anonyme „Hilferufe“ wie dieser Brief in den Briefkasten der „Pforzheimer Zeitung“ geworfen: „Die Polizeireform! Ein Elend! Reviere bluten aus!“ Dabei hatte Innenminister Reinhold Gall (SPD) versprochen, die Verwaltung zu verschlanken, um dafür mehr Polizisten „auf die Gass’“ zu bekommen.

Doch dies, so der Anonymus, werde konterkariert, wenn das ohnehin stark beanspruchte Revier Mühlacker die Kollegen in Bretten unterstützen müsse – zwischen ihren Schichten. „Die sind fertig“, klagt der Verfasser des Briefs. Die Beamten müssten schaffen, „bis sie umkippen“. Es werde „immer schlimmer“. Die Revierführung dürfe nichts sagen – „Maulkorb“ von oben.

Fritz Bachholz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe – das größte der zwölf Flächenpräsidien umfasst neben Pforzheim und dem Kreis Calw auch den Enzkreis mit der großen Kreisstadt Mühlacker – spricht von einer zeitlich befristeten „Diensthilfe“ bis Ende August. So wie in einer ähnlich prekären Lage Mühlacker von anderen Dienststellen personelle Unterstützung erhalten würde. In Bretten habe es im Kollegenkreis einen Todesfall gegeben – und drei Risikoschwangerschaften. Kommt zwar äußert selten so geballt vor – „aber das gibt’s“, sagt Bachholz. Die derzeitige Verstärkung komme nicht nur aus Mühlacker, sondern auch aus Bruchsal und Durlach.

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