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15.01.2009

Polizei macht Jagd auf Schulschwänzer

PFORZHEIM. In der Pforzheimer Innenstadt trifft man immer wieder auf Jugendliche, die während den Schulzeiten shoppen gehen oder sich anderweitig die Zeit vertreiben und dem Unterricht fernbleiben. Mit neuartigen Methoden wollen die Schulen sowie die Polizei Schulschwänzer nun zurück in die Schule befördern.

„Unsere Aufgabe ist es nicht, die Schüler zu bestrafen. Wenn wir Schulschwänzer aufgegriffen haben, melden wir sie der jeweiligen Schule. Über etwaige Konsequenzen muss dann der Rektor entscheiden“, sagt Patrick Steidl vom Polizeirevier Pforzheim Süd.

 

Gemeinsam mit seiner Kollegin Lena Daubenberger durchstreift der meist in zivil gekleidete Polizist zweimal pro Woche die Pforzheimer Innenstadt auf der Suche nach Jugendlichen, die es mit der Schulpflicht offensichtlich nicht allzu ernst nehmen. „Es ist schon auffällig, dass die Schwänzer um keine Ausrede verlegen sind“, meint Lena Daubenberger. „Viele sagen uns, die Schule wäre schon längst aus oder sie hätten heute gar keinen Unterricht gehabt.“

In solchen Fällen nehmen die Polizisten die Personalien der Jugendlichen auf und überprüfen durch einen Anruf deren Angaben.

Initiiert wurde die Vorgehensweise nach einem Hilferuf des Rektors der Brötzinger Schule im Jahr 2006. Wolfgang Müller beklagte damals nicht nur das vermehrt auftretende Schulschwänzen, sondern auch die große Gewaltbereitschaft an der Grund- und Hauptschule.

„Es war damals einfach an der Zeit, etwas ins Leben zu rufen, was sich nachhaltig auszahlt.“ In Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Pforzheim wurde daraufhin das Gewaltschutzprojekt „Zeit dass sich was dreht“ entwickelt. Bewährt habe sich das Projekt bereits, wie Wolfgang Müller betont. „Die Anzahl der Disziplinarmaßnamen konnte seit dieser Zeit deutlich verringert werden.“