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Vor allem ältere Menschen werden Opfer von Schockanrufen.
Vor allem ältere Menschen werden Opfer von Schockanrufen. © Symbolbild: dpa
17.01.2013

Polizei nimmt vermeintlichen Schockanrufer fest

Pforzheim. Der gefürchtete „Enkeltrick“ wird unter Trickbetrügern immer beliebter. Vor allem ältere Menschen fallen den gemeinen Schockanrufen zum Opfer. Die Betrüger geben sich oft als Verwandte oder Freunde aus, denen etwas Schlimmes passiert ist. Daraufhin verlangen sie Geld und nutzen den „Schockzustand“ des Anrufers aus. Am Mittwoch erst kam es wieder zu fünf versuchten Schockanrufen in verschiedenen Bereichen des Pforzheimer Stadtgebiets. Die Polizei informiert nun darüber, wie man am besten auf solche Anrufe reagiert.

Am Mittwochnachmittag wurde eine 77-jährige Russlanddeutsche angerufen, der mitgeteilt wurde, dass ihre Tochter von der Leiter gefallen sei und dabei ein Kind verletzt wurde. Da das Kind nun schwer verletzt in einem Krankenhaus läge und man weiterem Ärger aus dem Weg gehen wolle, müsste ein Bargeldbetrag an einen gleich erscheinenden Abholer übergeben werden. Die 77-jährige kam der Aufforderung nach und händigte einem männlichen Geldabholer schließlich 3 000 Euro in bar aus.

Polizeibeamte, die auf Grund weiterer Schockanrufe im Bereich des Haidach unterwegs waren, wurden von der unmittelbar zuvor erfolgten Geldübergabe informiert, weshalb eine gezielte Fahndung nach der Person eingeleitet wurde. Bei diesen Fahndungsmaßnahmen konnte um 14.45 Uhr durch Kräfte der Kriminalpolizei eine 34-jährige männliche Person auf der Rotplatte auf dem Sonnenhof festgenommen werden. In seinem Rucksack wurde der unmittelbar zuvor betrügerisch erlangte Bargeldbetrag von 3 000 Euro sichergestellt.

Bereits am 9. und 14. Januar 2013 war es zu vier weiteren Schockanrufen in Pforzheim gekommen, bei denen drei Geschädigte insgesamt einen Bargeldbetrag von 18 000 Euro an die bislang unbekannten Betrüger aushändigten. Ob der Festgenommene auch für diese oder gegebenenfalls noch weitere Taten in Betracht kommt, prüft derzeit die Kriminalpolizei Pforzheim.

Der 34-jährige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Pforzheim einem Haftrichter beim Pforzheimer Amtsgericht vorgeführt, der am Mittwoch Haftbefehl erließ.

Doch wie reagiert man nun am besten auf solche unverschämten Tricks am Telefon?

- Werden Sie von einem angeblichen Verwandten angerufen, sollten Sie zunächst unter seiner Telefonnummer anrufen und den Sachverhalt klären. Es kann sein, dass der Trickanrufer Ihnen eine „neue“ Nummer mitteilt, weshalb Sie erst einmal die Ihnen schon vorher bekannte Telefonnummer des Verwandten benutze.

- Ist der Sachverhalt so nicht zu klären und Sie sind sich unsicher, rufen Sie bevor Sie Geld weggeben oder überweisen immer zuerst die Polizei an, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

- Halten Sie Rücksprache mit anderen Familienangehörigen

- Geben Sie keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preis

- Fremden, die als „Vertrauensperson“ angeblicher Verwandter kommen, niemals Bargeld aushändigen

Die Polizei bittet ferner darum, auch dann Anzeige zu erstatten, wenn man bereits auf den „Enkeltrick“ hereingefallen ist.