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30.11.2012

Polizei sucht 12-Jährigen mit Hubschrauber und Hunden

Pforzheim. Suche mit Hunden und per Helikopter, Flugblattaktion und Befragungen im und außerhalb des persönlichen Umfelds: Mit einem Großaufgebot sucht die Pforzheimer Polizei fieberhaft nach dem vermissten Konrad Pakusa (12) und hat eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet. Von dem Jungen, der sich am Donnerstagvormittag auf den Weg zur Schule gemacht und nicht mehr heimgekehrt ist, gibt es auch Samstagfrüh kein Lebenszeichen. 

Bildergalerie: Polizei-Großaufgebot sucht 12-Jährigen

Eine Suchaktion mit anderen Hunden läuft, um die Ergebnisse der ersten Aktion zu überprüfen. Bereits in der Nacht zum Freitag waren Mantrailer-Hunde der Rettungshundestaffel sowie Flächensuchhunde zum Einsatz gekommen. Alle Streifen des Nachtdiensts hatten sich an der Vermisstensuche beteiligt, die nun mit nochmals erhöhter Schlagzahl fortgesetzt wird. "Bei einem Kind dieses Alters nehmen wir die Vermisstensuche sehr ernst", betonte der leitende Polizeidirektor Burkhard Metzger bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz und fügte mit Blick auf die umfassenden Maßnahmen an: "Mehr kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht tun."

Noch fehlt jede Spur von dem Schüler, der die sechste Klasse des Hebel-Gymnasiums besucht. Metzger bezeichnet das Ziel des Einsatzes als "Gefahrenabwehr". Es gebe keine Hinweise auf eine Straftat. Hintergrund des Verschwindens könnten schulische Probleme sein.

"Die wahrscheinlichte Lösung ist, dass es dem Jungen gut geht", sagt Metzger. Die Polizei vermutet, dass Konrad im Bereich der Innenstadt irgendwo Unterschlupf gefunden hat. Es gebe einen Hinweis, dass sich der Zwölfjährige am Donnerstagabend in der City aufgehalten hat. Doch da Mantrailer-Hunde eine Spur an einer Bushaltestelle gewittert hatten, wurde in der Nacht zum Freitag auch ein Waldstück entlang der Dietlinger Straße, nahe der Wohnung von Konrads Familie, per Hubschrauber mit Wärmebildkamera abgesucht.

Auch am Samstag kreiste der Helikopter wieder über Pforzheim. Die Polizei hat eine Flugblattaktion gestartet und Geschäftsleute gebeten, Suchplakate in ihren Läden auszuhängen. 20 zivile und uniformierte Beamten sind in der Innenstadt im Einsatz. Besonders geschulte Kräfte der Ermittlungsgruppe "Suche" betreuen die Eltern. "Je länger es dauert, umso größer wird deren Beunruhigung", sagt Kriminalhauptkommissar Klaus Vetter vom "Haus des Jugendrechts". Viele der Fälle von ausgebüxten Kindern wendeten sich binnen Stunden zum Guten. Doch dieser Fall sei in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich.

Die Suche nach möglichen Motiven habe ergeben, dass die schulischen Leistungen des Jungen abgefallen seien. Außerdem habe er häufig geschwänzt, was zu Konflikten innerhalb der Familie gesorgt habe. Am Tag seines Verschwindens habe sich Konrad zur Schule aufgemacht, sei kurz darauf aber wieder in der Hoffnung nach Hause zurückgekehrt, dass die Eltern aus dem Haus sind. Der Vater sei aber da gewesen und habe den Jungen zurück zur Schule schickt, wo Konrad nicht ankam. Erst am Abend bemerkten die Eltern sein Verschwinden.

Konrad Pakusa hat weder Bargeld noch sein Handy bei sich, seine Schülermonatskarte für den Bus sei am Freitag abgelaufen. Dennoch schließt die Polizei laut Metzger nicht aus, dass Konrad in eine andere Stadt in Baden-Württemberg gelangt sein könnte. Laut Kripo-Chef Hubert Wörner wird auch der Verwandten- und Bekanntenkreis in Pforzheim sensibilisiert, falls sich der Junge dort verstecken sollte.

Auch wenn Konrad wenige Freunde habe und eher selten in der City unterwegs sei, hegen alle Beteiligten angesichts der derzeit frostigen Temperaturen die Hoffnung, dass er dort eine Zuflucht gefunden hat. Sie bitten ihn und mögliche Helfer eindringlich, sich umgehend bei der Polizei zu melden.

>Laut Polizeichef Metzger werden Freunde und Bekannte vernommen und auch die Befragung in der Nachbarschaft der Familie intensiviert. Zudem würden der Computer und das Mobiltelefon des Jungen ausgewertet. Auch mögliche Aufenthaltsorte im Stadtgebiet würden in regelmäßigen Abständen erneut kontrolliert, falls Konrad seinen Aufenthaltsort wechseln sollte. Laut Kripo-Leiter Wörner gilt die Maxime, lieber mit möglichst großem Personal und Aufwand zu arbeiten, als sich hinterher Vorwürfe machen zu müssen.

Konrad ist etwa 1,60 Meter groß, schlank und wiegt 50 Kilo. Er hat braune kurze Haare und Sommersprossen. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er eine schwarze Strickjacke mit grünen Querstreifen, eine blaue Jeans und schwarze Schuhe und hatte einen schwarzen Adidas-Rucksack dabei. Hinweise von Zeugen nimmt die Polizei telefonisch unter (07231)1864501 und (07231)1860 entgegen.

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