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© Symbolbild: dpa
28.10.2016

Polizei warnt: Hochsaison für Einbrecher

Mit der Zeitumstellung in der Nacht auf Sonntag (von 3 auf 2 Uhr) wird es früher dunkel – was Diebestouren erleichtert: Laut dem Einbruch-Report der deutschen Versicherer wird jeder vierte Einbruch in den letzten beiden Monaten des Jahres verübt. Wie steht es um die Sicherheit in der Region? Die PZ hat dazu Zahlen und aktuelle Trends.

Konkrete Einbruchszahlen gibt es nur über das abgelaufene Jahr bei der Vorstellung der Kriminalstatistik im Frühjahr. Deshalb nur die Zahlen von 2015 – und die Trends. Ralf Minet, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, lässt sich einen relativen Rückblick entlocken.

Stadtkreis Pforzheim: Insgesamt ein weiterer Rückgang (im vergangenen Jahr 207 Fälle – minus 50 Prozent), leichte Anstiege im Februar und den Sommermonaten (Urlaubszeit), die durch die deutlichen Rückgänge im Januar und März mehr als aufgewogen worden seien. Doch auch die 207 Einbrüche im Vorjahr bedeuteten, dass auf 590 Einwohner ein Einbruch kam – ein schlechterer Wert als in Karlsruhe (ein Einbruch pro 639 Einwohner). Einbruchshochburg war damals Brötzingen.

Enzkreis: Nach dem leichten Anstieg 2015 (363 – plus 4,6 Prozent) insgesamt ein leichter Rückgang, aber auch hier ein Anstieg in den Ferienmonaten. Im Vorjahr kam ein Einbruch auf 540 Einwohner. Am stärksten betroffen waren 2015 Ölbronn-Dürrn, Kämpfelbach und Wurmberg. Als besonders sicher erwiesen sich Maulbronn, Sternenfels, Friolzheim, Wimsheim und Birkenfeld.

Stadt Karlsruhe: Nach Rückgängen in den vergangenen Jahren von 752 (2013) auf 481 Einbrüche (2015) zeichnet sich wieder ein Anstieg ab – auf die Einbrüche bis zum 30. September gesehen.

Mit einer „Roten Karte“ sagt das Polizeipräsidium Karlsruhe in der nun anstehenden besonders einbruchsbelasteten dunklen Jahreszeit Einbrechern den Kampf an. Durch Verteilung dieser Karte an die Bürger möchte das Polizeipräsidium dazu ermutigen, verdächtige Wahrnehmungen umgehend über den Notruf 110 zu melden. Ein Großteil der nach einem Wohnungseinbruch ermittelten Verdächtigen konnte unmittelbar nach der Tat nur deshalb festgenommen werden, weil aufmerksame Zeugen umgehend die Polizei verständigt hatten. Auswertungen haben ergeben, dass solche Fahndungserfolge sehr nachhaltig wirken, in manchen Fällen ganze Tatserien plötzlich abreißen und eine deutliche Beruhigung ganzer Regionen einkehrt. Wie die Ermittlungen zeigen, sind die festgenommenen Tatverdächtigen oft für mehrere Einbrüche verantwortlich.

Polizeipräsident Günther Freisleben wird in einer Pressemitteilung der Polizei zitiert:: „Trotz umfassenden Fahndungs- und Präsenzmaßnahmen kann die Polizei nicht überall gleichzeitig sein. Bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs sind wir auf die Mitwirkung unserer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Guter und wirkungsvoller Einbruchschutz sowie erhöhte Wachsamkeit sind die Beiträge, die jeder Einzelne zur Eindämmung dieser unliebsamen Kriminalitätsform leisten kann. Wenn Bürger Verdächtiges sofort der Polizei melden und alle an einem Strang ziehen, kommen wir diesem Ziel deutlich näher. Die „Rote Karte“ für Einbrecher soll dieses Bewusstsein stärken und präsent halten.“

Neben dem durch das Innenministerium bereits vergangene Woche in die Wege geleiteten Aktionsplan „Wirkungsvolle Prävention, konsequente Strafverfolgung“ mit konzentrierten und gezielten Maßnahmen der Fahndung und Prävention zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs möchte das Polizeipräsidium Karlsruhe die Bevölkerung nochmals nachdrücklich wegen der derzeit erhöhten Einbruchsgefahr sensibilisieren, wachsam zu sein und verdächtiges umgehend zu melden.

Wie die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt haben, stiegen die Einbruchszahlen trotz insgesamt erfreulich rückläufigen Tendenzen insbesondere ab der Zeitumstellung auf die Winterzeit deutlich an. Schwerpunkte haben sich zuletzt an Samstagen, gefolgt von Freitag, Mittwoch und Sonntag ergeben, an denen Einbrecher besonders in der Zeit zwischen 17.00 Uhr und 20.00 Uhr aktiv sind.

Weitere Informationen zum Thema Wohnungseinbruch und über wirksamen Einbruchsschutz sind im Internet über „www.k-einbruch.de“ und bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen zu erhalten. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe, Referat Prävention, Standort Pforzheim, veranstaltet deshalb den 5. Tag des Einbruchschutzes am Sonntag, 30.Oktober 2016, von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, im Rahmen eines „Tag der offenen Tür“. Neben der sachkundigen Beratung zu den verschiedenen sicherungstechnischen Möglichkeiten für Haus und Wohnung anhand zahlreicher innovativer Ausstellungsstücke von A wie Alarmanlage bis Z wie Zusatzschloss wird auch im Rahmen eines Vortrages „Einbruch in Haus und Seele“ um 14 Uhr im Foyer des Dienstgebäudes Bahnhofstraße 22 in Pforzheim zum Opferwerden und Einbruchschutz sensibilisiert.

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