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12.03.2009

Polizei will Amok-Ernstfall an Alfons-Kern-Schule vorbeugen

PFORZHEIM. Es ist der Morgen der Amokdrohung. Am Mittwochmittag hatte ein Unbekannter in der Alfons-Kern-Schule angerufen und für diesen Morgen einen Amoklauf angekündigt. Vor der Schule stehen Streifenwagen für den Ernstfall - Beamten mit Maschinenpistolen sind postiert.

Derzeit ist die Lage an der Alfons-Kern-Schule jedoch ruhig. Schulleiter Ulrich Jäger rechnet damit, dass an der Drohung nichts dran ist. "Das ist sicher jemand, der sich wichtig machen will", sagt er. Dennoch gebe es Schüler, die aus Angst an diesem Morgen der Schule fernblieben - auch einige Lehrkräfte seien verunsichert.

Die Schule habe man jedoch bewusst nicht geschlossen. "Wir wollen den Anrufer nicht belohnen", begründet der Schulleiter, "keine falschen Zeichen setzen." Dieses Vorgehen sei mit der Polizei abgestimmt.

Jäger hat an diesem Morgen alle Lehrkräfte schriftlich über die Drohung und das Verhalten im Falle eines Falles informiert. Sollte es zum Amoklauf kommen, müssten sich Lehrer und Schüler in den Klassenräumen verbarrikadieren. "Aber natürlich hoffen wir, dass der Fall nicht eintritt."

Die Kripo versucht, den Anrufer zu ermitteln. Man geht davon aus, dass es sich angesichts des gestrigen Amoklaufs in Winnenden, bei dem 16 Menschen starben, um einen Trittbrettfahrer handelt.

Im November vergangenen Jahres wurde der Alfons-Kern-Schule schon einmal ein Amoklauf angedroht (mehr...). Daraufhin wurde die Schule geräumt, rund 400 Schüler evakuiert. "Da bleibt immer was zurück", sagt Jäger, "wir sind immer noch dabei, das aufzuarbeiten".