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Einen kleinen Turmfalken haben ein Passant und die Polizei gerettet.
Einen kleinen Turmfalken haben ein Passant und die Polizei gerettet. © dpa-Archiv
01.07.2010

Polizisten retten kleinen Turmfalken

PFORZHEIM. Unfälle, Einbrüche und andere Verbrechen so sieht der Polizeialltag in der Regel aus. Da ist es schon etwas ganz Besonderes, wenn die Polizisten gerufen werden, wenn es darum geht, ein Tier zu retten. Und zwar kein ganz gewöhnliches Tier, sondern einen jungen Turmfalken.

Am Mittwochmittag wurde den Beamten mitgeteilt, dass ein Turmfalke in der Benckiserstraße aus seinem Nest gefallen sei und sich verletzt habe.

Eine Streife des Polizeireviers Pforzheim-Süd nahm sich des Turmfalken an und übergab ihn an den zuständigen Greifvogelwart. Alpay Ceylan war es, der den Falken gefunden hat, weil er ihm im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füße plumpste. „Er ist aus einem Nest gefallen, in dem noch zwei andere kleine Turmfalken saßen“, erzählt der 27-Jährige. Weil das Jungtier sich nicht mehr bewegte und auch noch nicht richtig flügge zu sein schien, beschloss Ceylan, der sich nach eigenen Angaben mit Vögeln etwas auskennt, die Polizei zu rufen. Die kam auch und transportierte den Kleinen ab – in einem Katzenkorb. Die Beamten brachten den Turmfalke zum Jäger und Falkner Hans-Joachim Boll, der gerade drei Pflegevögel betreut. „Dem Vogel geht es gut, ich denke, dass ich ihn in einer Woche wieder dort aussetzen kann, wo er gefunden wurde.“ Denn so bestehe die Chance, dass sich auch die Eltern wieder um ihn kümmern. Doch bist dahin wird das Turmfalken-Kind noch einige Mäuse und Eintagskücken verputzen – denn Hunger hat der kleine Patient.

Das Amt für Umweltschutz in Pforzheim rät, einen Vogel nur dann aufzunehmen, wenn er gravierend verletzt ist – wobei es gerade in der Stadt gefährlich werden könne, ein verletztes Jungtier sitzen zu lassen. „Turmfalken waren früher sehr verbreitet, heute sind sie in Pforzheim schon etwas Besonderes“, sagt Manfred Bauer vom Amt für Umweltschutz.