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Über 1000 mal soll ein Mädchen von ihrem Stiefvater missbraucht worden sein.
Über 1000 mal soll ein Mädchen von ihrem Stiefvater missbraucht worden sein. © PZ-Archiv
20.07.2011

Pornografie auf Rechner von Stiefvater gefunden

PFORZHEIM. Zehn Personen stecken am Richterpult die Köpfe zusammen, begutachten pornografische Fotos und versuchen, der Wahrheit einen Schritt näher zu kommen: Die Staatsanwaltschaft will einem Angeklagten nachweisen, dass er seine Stieftochter jahrelang sexuell missbraucht hat. Der Nordafrikaner streitet die Vorwürfe ab und räumt lediglich ein, dass er drei bis viermal auf den Wunsch seiner Stieftochter mit ihr geschlafen habe – nach ihrem 18. Geburtstag.

Am vierten Verhandlungstag hörte die Große Auswärtige Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe unter Vorsitz von Richter Hermann Meyer nun einen Polizisten, der mit der Auswertung von zwei Computern, einer externen Festplatte und einigen Speichersticks betraut war. Er fand rund 300.000 Bilder und mehrere Videodateien. „Ein Großteil davon waren pornografisch“, so der Beamte. Auf etwa 4000 bis 5000 sei das mutmaßliche Opfer zu sehen gewesen, teilweise habe er auch ihren Stiefvater identifizieren können. Nach der Aussage des Polizisten nahmen die Prozessbeteiligten einige Bilder in Augenschein. Dabei blieb der Angeklagte bei seiner Aussage, lediglich zwei bis dreimal mit seiner Stieftochter intim geworden zu sein. Außerdem gab er schon zu Verhandlungsbeginn an, aus gesundheitlichen Gründen keinen Geschlechtsverkehr haben zu können. Die vorliegenden Bilder scheinen allerdings eine andere Sprache gesprochen zu haben. Das Verfahren wird am Montag, 8. August, um 9 Uhr fortgesetzt. de