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Uwe Hück nach seiner Ankündigung, in die Pforzheimer Politik einsteigen zu wollen, im Gespräch mit der PZ. © Meyer
10.03.2019

Porsche prüft Hinweise auf korrupte Betriebsräte – was Uwe Hück dazu sagt

Stuttgart/Pforzheim. Der Autobauer Porsche ist in den vergangenen Jahren mehrfach Hinweisen auf angebliche Schmiergeldzahlungen von Beschäftigten an Betriebsräte nachgegangen.

Laut "Bild am Sonntag" geht es um Arbeitnehmervertreter, die Geld dafür angenommen haben sollen, dass befristet Beschäftigte in einen unbefristeten Job übernommen werden. Porsche erklärte dazu am Sonntag, es habe immer mal wieder einzelne solcher Hinweise gegeben, die allesamt überprüft worden seien, aber nie hätten belegt werden können.

"Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten wird bei Porsche konsequent nachgegangen", betonte ein Sprecher. Wie Mitarbeiter von befristeten in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen würden, sei in einer betrieblichen Vereinbarung geregelt. Es gebe ein Punktesystem und mehrere Kontrollinstanzen, um Missbrauch auszuschließen. "Das Bewertungssystem von Porsche zum Auswahlprozess für die Übernahme Befristeter wurde in einem Urteil des Arbeitsgerichts Stuttgart aus 2014 explizit als rechtskonform angesehen", hieß es.

Auch Uwe Hück, langjähriger Betriebsratschef bei Porsche und neuer Pforzheimer Kommunalwahlkampf-Spitzenkandidat der SPD, wird in dem Beitrag erwähnt. Gegenüber der PZ sagte Uwe Hück: "Diese Mauschelei ist gar nicht möglich, sondern verstößt sogar gegen eine Betriebsvereinbarung." Eine Manipulation sei "ausgeschlossen". Keiner habe Geld genommen. Bei einer Betriebsversammlung habe er, Hück, vor Arbeitern gesagt, "wenn einer Hinweise geben könne, und die würden sich bewahrheiten", würde der Betreffende rausgeschmissen.

Porsche-Sprecher Josef Arweck sieht in einer Stellungnahme gegenüber der PZ "keinen neuen Sachverhalt, auch keinen neuen Berichterstattungsanlass". Der Artikel in der BamS basiere "auf bekannten, bereits berichteten Gerüchten und Vermutungen". Porsche gehe "natürlich jedem Hinweis konsequent nach". Gerüchte hingegen "kommentieren wir nicht". Das Vorgehen bei Übernahmen von befristet beschäftigten Mitarbeitern in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis" sei "bei Porsche transparent in einer betrieblichen Vereinbarung geregelt". Hinweisen auf "Unregelmäßigkeiten" werde "konsequent nachgegangen". Hück und Arweck, so Hück am Sonntagnachmittag gegenüber der PZ, hätten dies auch in einem Telefonat mit der "Bild am Sonntag" noch einmal klargestellt.

Bei der offiziellen Einweihung des SPD-Wahlkampfbüros am vergangenen Mittwoch in Pforzheim ist Uwe Hück unter anderem mit Fragen über sein Porsche-Aus und Steuerschulden konfrontiert worden.

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