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Auf Spurensuche im Stadtmuseum: SWR-Autor Eduard Reuß, Sandra Esslinger, Hardy Wagner und Gundi Lehr (Kulturamt, von links) mit einem Lorbeerkranz – einer Siegestrophäe für Adolf Rosenberger. Foto: Lorch-Gerstenmaier
Auf Spurensuche im Stadtmuseum: SWR-Autor Eduard Reuß, Sandra Esslinger, Hardy Wagner und Gundi Lehr (Kulturamt, von links) mit einem Lorbeerkranz – einer Siegestrophäe für Adolf Rosenberger. Foto: Lorch-Gerstenmaier
30.07.2018

Porsches dritter Mann: Adolf Rosenberger aus Pforzheim

Pforzheim. Geschichte, sagt Sandra Esslinger (50), werde geschrieben von Siegern. Von Leuten, die sich durchgesetzt hätten. Durch den Rost fielen die, die keine Stimme hätten – oder deren Stimme man nicht hätte haben wollen.

Wenn man ihnen nicht sogar nach Eigentum, Gesundheit oder Leben getrachtet habe – wie Adolf Rosenberger, im Jahr 1900 in Pforzheim geborener Jude, erfolgreicher Rennfahrer, begnadeter Tüftler und Konstrukteur. Und der Mann, ohne den es den Aufstieg der Familien Porsche und Piech vielleicht nie gegeben hätte.

Rosenberger war im Dezember 1930 als Teilhaber, kaufmännischer Direktor und Mitbegründer von Ferdinand Porsches neu eröffnetem Konstruktionsbüro. „Es ist Zeit, seine Geschichte zu erzählen“, sagt Sandra Esslinger, Professorin für Kunstgeschichte in Kalifornien. Ihr Vater Hugo, gestorben vor zehn Jahren, war der Cousin Rosenbergers. In diesen Tagen ist Sandra Esslinger unter anderem in Pforzheim, Stuttgart, Bad Schönborn und Mössingen unterwegs – Stationen eines jüdischen Lebens in der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte.

Das Stadtmuseum in Brötzingen, zweiter Stock unterm Dach, eine Asservatenkammer der Heimatgeschichte: Röhrenradios, Puppen, Nähmaschinen, allerlei Alltagsgegenstände, ein bisschen Kunst. Und drei Umzugskartons – voll mit Erinnerungen an die Rennfahrerkarriere Rosenbergs: Pokale, Schalen, Teller, ein Lorbeerkranz von 1923.

Ein Kamerateam des SWR richtet das technische Equipment, Sandra Esslinger kommt in Begleitung von Eberhard Reuß, dem Redakteur des gerade in Entstehung begriffenen Dokumentarbeitrags über „Porsches dritten Mann“. Ausgestrahlt wird die Co-Produktion des SWR mit dem NDR im Rahmen der ARD-„Geschichtsstunde“ ab 23.30 Uhr – 45 Minuten – voraussichtlich am ersten Montag im Dezember.

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