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08.10.2015

Professor nimmt mit Studierenden das Schonen von Ressourcen ins Visier

Pforzheim. Frank Bertagnolli vereinigt Managementwissen und technisches Verständnis. Der 39-jährige Wirtschaftsingenieur ist seit September Professor an der Hochschule im betriebswirtschaftlichen Studienschwerpunkt Ressourceneffizienz. Die Professur „Lean Production und Ressourceneffizienz“, die durch die psd-Bank Karlsruhe-Neustadt ermöglicht wurde, verbindet Ökologie und Ökonomie in Lehre und Forschung.

Der Ausgangspunkt für verschwendungsfreie Prozesse ist für Bertagnolli klar: der ressourcenschonende Einsatz des Materials sowie effiziente Produktion- und Managementprozesse. Die erfolgreiche Umsetzung basiert nicht allein auf den technischen Voraussetzungen, sondern ist auch eine Frage der Unternehmenskultur und der Führung. „Ressourcenschonung spielt nicht nur in der Industrie eine große Rolle“, stellte Bernhard Slavetinsky fest. Der Vorstandsvorsitzende der psd-Bank Karlsruhe-Neustadt betonte, dass das Thema auch im Dienstleistungsbereich an Relevanz gewinnt. Dabei ständen nicht die Rohstoffeinsparungen im Vordergrund, sondern die „schlanken“ – möglichst einfachen personalschonenden – Geschäftsprozesse. „Bildung ist der Grundstein der Zukunft“, erklärte Slavetinsky das Engagement der Bank an der Hochschule. Seit drei Jahren unterstützt die psd-Bank den Studienschwerpunkt an der Fakultät für Wirtschaft und Recht.

„Mit der Stiftungsprofessur gewinnt der Studienschwerpunkt Ressourceneffizienz eine weitere wichtige Facette – Lean Production“, führten die Professoren Nikolaus Thißen undMario Schmidt aus. Beide schlossen sich dem Dank des Rektors Professor Ulrich Jautz an. Bisher übernahmen auch Lehrbeauftragte die Managementthemen. „Allerdings ist durch die zusätzliche Professur eine weitere kontinuierliche Vernetzung in die Region und mit den wirtschaftlichen Partnern möglich“, so Jautz. Frank Bertragnolli will bewusst „die Praxis in den Hörsaal holen“ und mit den Unternehmen zusammenarbeiten. „Prozesse wertschöpfend gestalten“, so definiert der gebürtige Böblinger sein Lehrgebiet. Als erfahrener „Lean-Berater“ war er am weltweiten Aufbau von Lernfabriken für das Thema in der Indus-trie beteiligt und leitete bis 2014 die interne Ausbildung in diesem Bereich bei der Daimler AG.

Durch Stiftungsprofessuren können Hochschulen in den Studiengängen eigene Akzente setzen und ihr Profil schärfen. Mit den zusätzlichen Professuren werden Themenfelder vertieft oder neue entwickelt. Die jetzt besetzte Professur dokumentiert auch für den Erfolg des Studienschwerpunkts Ressourceneffizienz, den die Hochschule seit vier Jahren systematisch ausbaut. Das Angebot stößt sowohl bei den Studieninteressierten als auch in der Wirtschaft auf breite Akzeptanz.