nach oben
Ein deutscher Zahnarzt behandelt einen Patienten. Für einen qualifizierten Asylbewerber mit Bleiberecht kann bis zur Berufsausübung viel Zeit vergehen. Foto: Weihrauch
Ein deutscher Zahnarzt behandelt einen Patienten. Für einen qualifizierten Asylbewerber mit Bleiberecht kann bis zur Berufsausübung viel Zeit vergehen. Foto: Weihrauch
03.09.2015

Projekt ermöglicht Arbeit für Flüchtlinge - Bürokratie erschwert Weg

Djamal (45) und Alia (33) leben seit eineinhalb Jahren mit ihrem Sohn in Deutschland. Der studierte Zahnarzt wartet seit neun Monaten auf seine Berufsanerkennung. Die Zusage eines Arbeitgebers für das notwendige einjährige Praktikum hat er bereits. Ende des Monats muss er eine Sprachprüfung absolvieren. Sollte das Dokument noch nicht da sein, dann muss er mit dem nächsten Sprachkurs warten, bis es erteilt ist. Zeit, die er nicht für sein berufliches Fortkommen nutzen kann.

So ist die Auskunft vom Jobcenter sagt Renate Bertsch. Die Mitarbeiterin bei der Gesellschaft für Beschäftigung und berufliche Eingliederung (GBE) ist für die Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit zuständig und knüpft die Kontakte zu Ämtern und Firmen Die Eheleute wollen nicht fotografiert und nicht mit Namen genannt werden. Zu groß ist die Angst vor Anfeindungen. Als Christen seien sie im kriegsgeschüttelten Syrien nicht mehr sicher gewesen. Sie flohen über den Libanon und Bulgarien nach Karlsruhe und bekamen dann nach Pforzheim eine kleine Wohnung. Djamals Frau Alia hat jahrelang in einem großen Büro in Damaskus als Architektin gearbeitet. Sie hat eine Arbeitserlaubnis und ihre Berufsanerkennung von der Architektenkammer bereits in der Tasche und spricht gut Deutsch. Ihr fehlt aber ein Arbeitgeber, der bereit ist, sie für ein Jahr lang gegen Geld bei sich arbeiten zu lassen. Ein neues Projekt aus ESF-Mitteln des Bundes gespeist, spült jetzt Geld ins Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit (Nifa)“ und hilft dem Ehepaar.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Leserkommentare (0)