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17.07.2015

Prozess: Betrugsopfer erleidet bei Telefonat Herzanfall

Als sehr professionell haben am Freitag mehrere Kriminalbeamte das Vorgehen jener Betrügerbande geschildert, die grenzübergreifend in Deutschland und der Türkei Senioren um ihr Geld gebracht hat. Beim ersten Fortsetzungstermin der Verhandlung, in der sich drei junge Frauen wegen Betrugs verantworten müssen, sagte einer der als Zeugen erschienenen Beamten zudem aus, dass eine Geschädigte während des Telefonats einen Herzanfall erlitten habe. Dies sei passiert, während der vermeintliche Polizist am anderen Ende insistierte und versuchte, die alte Frau zu einer Überweisung von 10.000 Euro zu überreden.

Gaby S. (Name geändert), jener Angeklagten, die sich von einem türkischen Callcenter aus immer wieder als Kripobeamtin oder wahlweise Bankmanagerin ausgegeben hatte, war die Polizei durch Telefonüberwachung endgültig auf die Schliche gekommen. In einem Gespräch, so ein Kripobeamter, habe sie sich mit ihrem damaligen Lebensgefährten in der Türkei darüber unterhalten, den erbeuteten Schmuck eines ihrer Opfer zu einem Juwelier nach Freiburg zu bringen, um ihn dort zu verkaufen beziehungsweise einschmelzen zu lassen. Kurz darauf nahm die Polizei sie in der Tiefgarage eines Einkaufszentrums in Lahr fest.

Es habe ein sehr starkes Abhängigkeitsverhalten der Angeklagten zu ihrem damaligen Freund bestanden, so der Ermittler. Nach einem ersten Versuch, die Taten abzustreiten, habe sich Gaby S. aber sehr schnell geständig gezeigt. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung konnte zudem die Beute eines Betrugsfalls in Höhe von 22.000 Euro sichergestellt werden, weil sie die Beamten über das Versteck informierte.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 23. Juli, um 9 Uhr fortgesetzt.