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21.01.2013

Prozess gegen Sonnenstudio-Betreiber: Alles auf Anfang

Alles auf Anfang – so könnte man die Fortsetzung eines Verfahrens gegen einen 52 Jahre alten Betreiber einer Sonnenstudio-Kette aus Pforzheim am Montag vor dem Schöffengericht zusammen fassen. Denn bis zum nächsten Verhandlungstermin hat der Vorsitzende Richter Karl-Michael Walz den verantwortlichen Fachbehörden – dem Zollamt und der Rentenversicherung – die Aufgabe gegeben, ihre Zahlen noch einmal genau nach zu rechnen.

Denn der Betrag, den sich der Angeklagte in Form von nicht abgeführten Sozialbeiträgen für seine Mitarbeiter innerhalb von zweieinhalb Jahren „gespart“ haben soll – laut dem Anklagevorwurf seitens der Staatsanwaltschaft immerhin 430 000 Euro – dürfte am Ende wohl deutlich niedriger sein, als bisher angenommen.

Es geht dem Schöffengericht also vor allem um die genaue Höhe des Schadens, der den Sozialversicherungsträgern durch den Angeklagten wirklich entstanden ist. Denn ohne diese Zahl wird das Gericht kein gerechtes Urteil fällen können und wird das auch nicht tun. Zum wiederholten Mal wurde deshalb eine Mitarbeiterin des Zollamtes als Zeugin gehört. Diese Behörde hatte die Ermittlungen in dem Schwarzgeld-Verfahren angestrengt und geleitet. Ob hierbei auch Zeugen vernommen worden seien? fragte sie Franz Brunn, der Anwalt des Sonnenstudio-Betreibers. Dies verneinte die Zeugin. Dann habe man also auch für fast drei Jahre keinerlei Beweise für Schwarzgeld-Zahlungen seitens seines Mandanten, schloss der Verteidiger hieraus.

Wie hoch die Summe am Ende wirklich ist, die den Sozialversicherungsträgern entgangen sein soll, darauf darf man gespannt sein. Das Verfahren wird am Donnerstag, 31. Januar um 9 Uhr fortgesetzt. Sollte man seitens der Rentenversicherung bis dahin dem Gericht ein solides Zahlenwerk vorlegen können, werden dann voraussichtlich auch die Plädoyers gehalten und ein Urteil gefällt werden können. Rainer Würth