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18.11.2013

Prozess um Casino-Überfall geht erst im Dezember weiter: Warten auf Gutachten

Mehrere Unterbrechungen sowie ein ausgedehntes Gespräch zwischen den Prozessbeteiligten haben den mittlerweile fünften Verhandlungstag in einem Verfahren vor der Auswärtigen Großen Strafkammer wegen des bewaffneten Überfalls auf eine Spielhalle in Pforzheim dominiert. Bei besagtem Gespräch, das auf Anregung von Rechtsanwalt Marc Reschke – er vertritt den 23 Jahre alten Hauptangeklagten Zacharias S. (Name geändert) – geführt worden war, kam es zu keiner Verständigung. Dies verkündete der Vorsitzende Richter Hermann Meyer im Anschluss.

Auch das Ergebnis eines Gutachtens durch das Landeskriminalamt (LKA), das Reschke beantragt hatte, steht noch aus. DNA-Spuren auf der Tatwaffe sollen beweisen, dass der Nachbar von Zacharias S. die Waffe entgegen seiner Zeugenaussage in der Hand gehabt habe. Reschkes Mandant bezichtigt nach wie vor besagten Nachbarn und den zweiten Angeklagten – den 37 Jahre alten Ahmed P. –, ihn zu dem Überfall auf das Casino am 10. April gezwungen zu haben. Um ihn gefügig zu machen, habe man ihm kurz zuvor die Waffe an den Kopf gehalten und gedroht, seiner Mutter etwas anzutun. Auch die Beute – rund 4200 Euro – sei ausschließlich unter den beiden aufgeteilt worden. Die haben dies jeweils bestritten.

Gemischte Spuren

Ungewöhnlich sei, dass es seitens des LKA einen Zwischenbericht bezüglich des Gutachtens gebe, so Meyer. In diesem werde klar gesagt, so der Richter, dass die Tatwaffe nach ihrer Sicherstellung und im Verlauf der Spurensicherung durch zahlreiche Hände gegangen sei und es aufgrund der Mischspuren äußerst schwierig sei, weiteres DNA-Material zu finden. Der Anwalt von Zacharias S. nahm seinen Antrag trotzdem nicht zurück, und so wartet das Gericht eben weiter auf die Ergebnisse des Gutachtens.

Am Ende der Sitzung appellierte der Vorsitzende Richter an die beiden Angeklagten, doch ihrerseits über eigene Erklärungen nachzudenken. Dies könne letztlich von Vorteil für sie sein, so Meyer. Immerhin gehe es bei einer Mittäterschaft um einen Strafrahmen, der zwischen fünf und 15 Jahren liege und bei einer Beihilfe immerhin noch zwischen zwei und elf Jahren, führte Meyer aus. Er betonte zugleich, dass dies nicht als Drohung misszuverstehen sei. Ob sich die beiden Angeklagten den Appell des Richters zu Herzen nehmen, wird der nächste Verhandlungstag am 9. Dezember, ab 9 Uhr zeigen.

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