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© Symbolbild: dpa
13.07.2011

Prozess wegen 1000-fachen Missbrauchs fortgesetzt

PFORZHEIM. Kein leichter Fall und kein spruchreifes Urteil – aber viele offene Fragen: Mindestens drei weitere Verhandlungstage nimmt sich die Auswärtige Große Strafkammer des Landgerichts Zeit, bevor sie im Prozess um 1000-fachen Missbrauch ein Urteil fällen wird. Einem 50-Jährigen wird vorgeworfen, seine Stieftochter über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben.

Die Kammer vernahm am dritten Verhandlungstag insgesamt zehn Zeugen, darunter Polizeibeamte und Ärzte sowie eine Schulsozialarbeiterin. Sowohl die Hausärztin wie auch ein Psychotherapeut wussten bereits vor der Verhandlung von einem sexuellen Missbrauch, waren allerdings durch ihre Schweigepflicht gebunden. Indes erfuhr die Schulsozialarbeiterin erst kurz vor der Anzeige von den Vorfällen und setzte Mutter und Tochter unter Druck, indem sie ankündigte selbst die Polizei einzuschalten. Bei einem Telefonat am Folgetag habe diese von der Mutter erfahren, dass zwischenzeitlich Anzeige erstattet worden sei – ihr Mann allerdings auch Bescheid wisse.

Laut einem Polizeibeamten sei das mutmaßliche Opfer bei den Vernehmungen sehr gefasst gewesen. Er ist sich sicher: „Das sind Dinge, die muss sie erlebt haben, so was erfindet man nicht.“ Ähnlich äußerte sich auch Ermittlungsrichter Udo Pawlischta in seiner Aussage vor Gericht.

Die Verhandlung wird am Mittwoch, 20. Juli, um 8 Uhr fortgesetzt. de

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