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Stadtbahnfahrer hielt am Freitag kurz vor dem Bahnhof Pforzheim auch an– für einen Pudel, der die Gleise blockierte.
Stadtbahnfahrer muss wegen Pudel auf Gleisen bremsen © PZ-Montage
25.02.2011

Pudel spielt auf Gleisen: Stadtbahnfahrer hält Bahn an

PFORZHEIM. Den Aufkleber „Achtung, ich bremse auch für Tiere“ hat mancher Fahrer auf seiner Auto-Rückscheibe. Ein Stadtbahnfahrer hielt am Freitag kurz vor dem Bahnhof Pforzheim auch an– für einen Pudel, der die Gleise blockierte. Ein Verhalten, das Fahrgäste der Stadtbahn am Freitagmorgen im wahrsten Wortsinn als „tierisch menschlich“ bewerteten, brachte dem Zugführer der Stadtbahnlinie 5 , Bertram Jancura (50), Lob und Schulterkopfen ein.

Pünktlich um 9.02 Uhr war die Stadtbahn vom Bahnhof Mühlackerin Richtung Pforzheim gestartet. Da deutete noch nichts darauf hin, dass sich auf der täglichen Routinefahrt plötzlich etwas Tierisches in Form eines weißen Pudels ereignen würde. Etwa 500 Meter vor dem Bahnhof Pforzheim, in Höhe des Unternehmens Goldmann Baustoffe, lief das mit einem roten Hunde-Mäntelchen bekleideten Tier fröhlich neben den Gleisen hin und her. Der kleine Hund mit den süßen Kulleraugen sprang mal drauf, mal drunter und drohte überfahren zu werden.

Aber Zugführer Jancura, der einen Tag zuvor auf der Strecken das kleine Hündchen schon an anderer Stelle gesehen hat und vorgewarnt war, nahm sich vor, den Pudel einzufangen und dem Tierheim zu übergeben, wenn er es erneut bei den Gleisen sieht. Das war dann gestern kurz vor dem Bahnhof Pforzheim der Fall. Er stoppte die Bahn, stieg aus und versuchte, den weißen Wirbelwind einzufangen, der aber zu schnell führ ihn war. Es gelang dem Fahrer nicht, den flinken Pudel zu erwischen, aber das Tier lief zumindest aus dem Gefahrenbereich der Gleise.

Die Fahrgäste hatten gegen die kurze Verspätung von eineinhalb Minuten nichts einzuwenden – im Gegenteil, sie beglückwünschten den Mann mit dem großen Herz für Tiere.

Auch Achim Winkel, Pressesprecher der AVG in Karlsruhe, freut sich, dass die Zeiten inzwischen vorbei seien, als vor Gericht Tiere im juristischen Sinn nur als Sachen eingestuft wurden . „Sie sind Lebewesen“, so Winkel.

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