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Ingrid Freund zeigt ihrem Hund die Pforzheimer Innenstadt. © Seiter
04.05.2011

Putzig, nervig, bissig - mit dem Hund in der Stadt

„Ich traue mich mit meinem Hund ja gar nicht mehr in die Stadt, weil die Leute immer glotzen“, meint Gertrud Rassek aus Pforzheim. Sie ist mit ihrer Tochter und deren kleinem Vierbeiner in der Stadt unterwegs. „In der Stadt kann man mit Hunden kaum spazieren gehen, dazu gehen wir immer in den Wald,“ ergänzt Tochter Daniela. Ob es daran liegt, dass die Pforzheimer feindselig gegenüber Hunden sind?

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Ja, meint Daniela Rassek. Sie sieht die Steuern, die Hundehalter für ihre Vierbeiner zahlen müssen als viel zu hoch. 118 Euro jährlich werden für Hundeliebhaber fällig. „Wir zahlen ja beinahe das Doppelte als Leute auf dem Land.“ Dabei liegt Pforzheim im Mittelfeld was Hundesteuern angeht. Daniela und Gertrud Rassek sind sich einig: Die Pforzheimer sind keine Hundeliebhaber. Insgesamt haben sie drei Hunde, nehmen aber nur den jüngsten mit, „weil der nicht alleine bleiben kann.“ Auch die Strafe für liegengebliebenen Hundekot finden die Rasseks viel zu hoch.

Ganz anders sieht das Elvira Supper aus Pforzheim. Sie geht am liebsten an der Bissingstraße entlang der Enz spazieren. „Hier sieht man auch sehr viele andere mit ihren Hunden spazieren und da haben wir beide etwas von der Natur. Ich denke schon, dass Pforzheim für Hundebesitzer attraktiv ist. Allerdings hasse ich es, wenn der Hundekot auf den Straßen liegen bleibt. Schließlich kann man immer einen Beutel dabei haben.“

Hier widerspricht ihr Steffan Marx aus Vahingen. Er war schon öfter in Pforzheim, doch heute das erste mal mit Hund. „Mir ist gleich aufgefallen, dass es in der Innenstadt fast keine Hundetoiletten oder Mülltütenspender gibt. In Vahingen sieht man diese überall. Wenn ich mich zudem hier am Rathausplatz umsehe, sehe ich keinen einzigen Hundebesitzer. Die Pforzheimer können also gar nicht hundefreundlich sein.“

Ingrid Freund aus Pforzheim erklärt, dass man Mülltüten als pflichtbewusster Hundehalter immer dabei haben sollte, um sich gar nicht erst auf fehlende Spender verlassen zu müssen. „Am liebsten gehe ich mit meinem Hund auf der Rotplatte spazieren, das ist nahe von zu Hause. Eher selten bin ich mit dem Kleinen in der Stadt. Weil meine Hündin gerade läufig ist, wird das oft zum Nervenspiel. Aber allgemein sind die Pforzheimer bestimmt hundefreundlich“, so die Pforzheimerin. Seiter